<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Theater &#8211; ostalb.net</title>
	<atom:link href="https://ostalbpresse.de/theater/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://ostalbpresse.de</link>
	<description>Kultur aus Ost-Württemberg</description>
	<lastBuildDate>Tue, 10 Feb 2026 09:14:22 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.2</generator>
	<item>
		<title>Tief berührendes Psychogramm</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/tief-beruehrendes-psychogramm-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-uss]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Feb 2026 09:14:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA["Die Welt im Rücken"]]></category>
		<category><![CDATA[Lucia Bihler]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkreis]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Paulina Aspen]]></category>
		<category><![CDATA[Schauspielhaus Stuttgart]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Melle]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostalbpresse.de/tief-beruehrendes-psychogramm-3/</guid>

					<description><![CDATA[[caption id="attachment_3623" align="alignnone" width=""]<img class=" size-full wp-image-3623" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2026/02/9d643d0685348a1c93b6d01fecca5b83.jpg" alt="Fotos: Julian Baumann" class="caption" title="Alles ist zu groß für Aspen/Melle. Selbst der Sessel, in den sie sich zurückzieht." width="1024" height="811" />Alles ist zu groß für Aspen/Melle. Selbst der Sessel, in den sie sich zurückzieht.[/caption]<p><span style="font-size: 12pt;">Kann man das? Darf man das? Eine psychische Erkrankung zum Gegenstand eines Theaterabends machen? Man darf, wenn man es kann.</span></p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Mit der Dramatisierung des Romans „Die Welt im Rücken“ von Thomas Melle ist der Regisseurin Lucia Bihler am Schauspielhaus Stuttgart ein ganz großes Kunstwerk gelungen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Die Inszenierung ist das eine, deren Umsetzung auf der Bühne das andere. Der Sound von Sixtus Preiss, das Licht von Felix Dreyer, das Bühnenbild von Paula Wellmann, die Kostüme von Victoria Behr und die Choreografie der Figuren von Björn Leese fügen sich zu einem Stück der ungemein starken Bilder zusammen. Zu einem visuellen Ereignis. Mittendrin als Gravitationspunkt, um den sich alles dreht, die Schauspielerin Paulina Alpen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;Sie hat schwer zu tragen. Physisch und psychisch. Wie sie in die Rolle des Autors Melle schlüpft, der in seinem Buch seine eigene bipolare Störung thematisiert, also den permanenten Wechsel zwischen Phasen des Hochgefühls, in denen man die Welt umarmen möchte und tiefster Ausweglosigkeit, nimmt auch die Zuschauerin und den Zuschauer psychisch mit. Victoria Behr hat ihr ein wahres Atlasgebirge auf den Rücken gepackt; ein Symbol für die innere Zerreißprobe, der sie dauernd ausgesetzt ist. Ob sie die Welt schon hinter sich gelassen hat? Nicht mehr dazu gehört? Ausgegrenzt durch ihre Krankheit? In ihrem Gefühl, ja! „Ich möchte Ihnen von einem Verlust berichten“, sagt sie den Menschen vor ihr. Verloren hat sie ihre Bibliothek. Für jemand, der sich mit Schreiben im Leben hält, ein herber Verlust.&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;Rotes Wams, rote kurze Hosen, lange weiße Stiefel, so tritt Paulina Alpen vor das Publikum. Hinter ihr erhebt sich der in barocken Faltenwurf gelegte rosarote Bühnenvorhang. Rosarot, die blanke Ironie. Weil Melles Welt nicht rosarot ist. Sondern ekstatisch feuerrot, oder nachtschwarz. Später wird sie diesen Vorhang herunterreißen in den dunklen Schlund der kargen Bühne. Ironie taugt hier nicht zum Erkenntnisgewinn. Nur eines dieser starken Bilder, die visuell dieses Auf und Ab zum schlüssigen Ausdruck bringen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der Vorhang gibt einen großen Sessel frei, in den sie sich hineinkuschelt. Er ist überdimensioniert wie die großen Plastikboxhandschuhe, die sie sich noch überstreifen wird, um sich in der Welt, gegen die Welt zu behaupten. Die Welt ist letztlich immer zu groß. „Ich bin hier!“ stellt sie selbstbewusst fest, um sich eine Sekunde später von diffusen Geräuschen erschreckt in sich selbst zurückzuziehen. Schlechte Entscheidung, denn dort ist das Nichts. Paulina Alpen verkörpert diese wechselnden Zustände mit einer unglaublichen Intensität. Sie nimmt einen unaufhaltsam hinein in ihr aufgewühltes Gemüt.</span></p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class=" size-full wp-image-3624" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2026/02/59686_die_welt_im_ruecken_presse_5_3289_c_julian_baumann.jpg" alt="59686_die_welt_im_ruecken_presse_5_3289_c_julian_baumann.jpg" width="1280" height="741" srcset="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2026/02/59686_die_welt_im_ruecken_presse_5_3289_c_julian_baumann.jpg 1280w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2026/02/59686_die_welt_im_ruecken_presse_5_3289_c_julian_baumann-300x174.jpg 300w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2026/02/59686_die_welt_im_ruecken_presse_5_3289_c_julian_baumann-1024x593.jpg 1024w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2026/02/59686_die_welt_im_ruecken_presse_5_3289_c_julian_baumann-768x445.jpg 768w" sizes="(max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Die Doppelgänger holen Aspen/Melle von ihrer manisch-messianischen Himmelfahrt auf den Boden der Wirklichkeit zurück</span>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Für entspannende Momente in diesem psychischen Desaster sorgen ihre sechs Doppelgänger in Gestalt von Tim Bülow, Pauline Großmann, Felix Jordan, Mina Pecik, Karl Leven Schroeder und Silvia Schwinger. Wie sie nach und nach pantomimisch durch eine Drehtür purzeln und sich hinter einem Mikrofon aufbauen, oder mit großen Augen unter dem Vorhang durchschielen, hat eine hohe Spaßkomponente. Sie sind auch dabei, wenn Alpen/Melle wie ein Messias von einem Podest zum Bühnenhimmel schwebt, sich in grüner Maske wie ein Aztekenherrscher in einen Mantel aus bunten Federn hüllt, sich die besagten Boxhandschuhe überzieht, mit einem Baseballschläger die bösen Geister bekämpft, und im Dauerlauf vor sich selbst wegläuft.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;In einem Akt großer Aggressivität demoliert sie mit dem Schläger noch Teile der Bühneneinrichtung, bevor sie zusammenbricht. Sie kriecht dann in ihr dickes Wams und die Boxhandschuhe, setzt sich hin – ein Haufen Elend. „Ich bin eine Katastrophe“, stellt sie fest. Inzwischen haben sich ihre Doppelgänger vom Acker gemacht.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Aspen/Melle tritt am Ende vor den Vorhang, zieht Bilanz und legt lakonisch ihre Perspektiven dar. Keine! Alles wird sich wiederholen. Ein tieftrauriger Abend, der trotz aller Tragik nicht hoffnungslos erscheint. In der Erkenntnis glüht ein Funken Hoffnung. Langer und verdienter Beifall.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp;<strong> &nbsp;Info:</strong> Nächste Aufführung am Samstag, 7. März, 19.30 Uhr; <a href="https://www.schauspiel-stuttgart.de" target="_blank" rel="noopener">www.schauspiel-stuttgart.de</a></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><em>Wolfgang Nußbaumer&nbsp;</em>&nbsp;&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">(10.02.2026) &nbsp; &nbsp;&nbsp;</span></p>
<span class="tve-leads-two-step-trigger tl-2step-trigger-0"></span><span class="tve-leads-two-step-trigger tl-2step-trigger-0"></span>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kunst gegen Gewalt?</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/kunst-gegen-gewalt-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-uss]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jan 2026 17:12:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA["Exil"]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Ensemble]]></category>
		<category><![CDATA[Lion Feuchtwanger]]></category>
		<category><![CDATA[Luc Perceval]]></category>
		<category><![CDATA[Oliver Kraushaar]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkreis]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Pauline Knof]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostalbpresse.de/kunst-gegen-gewalt-2/</guid>

					<description><![CDATA[[caption id="attachment_3586" align="alignnone" width=""]<img class=" size-full wp-image-3586" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2026/01/640bc71f20c2ac282130971ea91627ee.jpg" alt="Fotos: Jörg Brüggemann" class="caption" title="Sepp Trautwein (Oliver Kraushaar) spricht mit seiner Frau Anna (Pauline Knof)." width="1024" height="859" />Sepp Trautwein (Oliver Kraushaar) spricht mit seiner Frau Anna (Pauline Knof).[/caption]<p><span style="font-size: 12pt;">Ein aus braunen Stühlen angedeuteter Eifelturm ragt auf der Bühne des „Berliner Ensembles“ empor. Davor stehen weitere braune Stühle. Eine Einladung, Platz zu nehmen? Oder ein Symbol für das Exil in Paris am Vorabend des 2. Weltkriegs?</span></p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp; Die Dramatisierung von Lion Feuchtwangers umfangreichem Roman &#8222;Exil&#8220; durch den Regisseur Luk Perceval und die Dramaturgin Sibylle Baschung reflektiert das Leben des Komponisten Sepp Trautwein fern der Heimat München. Heimatlos ist er in seinem Schaffen. Diesem bayerischen Kraftpaket, dem Oliver Kraushaar mit seinem sonoren Bass differenzierte Gestalt gibt, fällt nichts mehr ein. Grübelnd sitzt er auf einem Stuhl vorne an der Bühnenrampe. Man sieht förmlich, wie die Zeit fortschreitet. Ein dann und wann im Hintergrund tickendes Metronom verstärkt diesen Effekt.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Doch&nbsp;&nbsp;Trautwein muss liefern. Musik komponieren gegen die braunen Handlanger des Naziregimes, die ihn und seinesgleichen auch in der französischen Hauptstadt belauern. Wie der aalglatte und tückische Walter von Gehrke, genannt „Spitzi“, den in der von uns besuchten Vorstellung Sebastian Zimmler für den erkrankten Peter Moltzen facettenreich verkörpert hat. Der Zahnarzt Dr. Wohlgemuth richtet ihm unterkühlt für teures Geld die vorstehenden Zähne. Martin Rentzsch zeigt seine Wandlungsfähigkeit noch in zwei weiteren Rollen. Besonderen Reiz gewinnt die Besetzung des „Spitzi“ aus einem enormen Kontrast: Zimmler spielt auch noch den jüdischen Journalisten Friedrich Benjamin, der sich in der Schweiz einen Pass besorgen und einen Informanten treffen möchte. Eine Falle. Nazis verschleppen in nach Deutschland.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Wie soll man dieser Gewalt begegnen? Wieder mit Gewalt? Trautweins Sohn Hanns (Jonathan Kempf) geht in die Sowjetunion, weil er in ihr den kämpferischen Gegenpol zum Nationalsozialismus sieht. Es ist eine der zentralen Fragen, die in dem Stück verhandelt werden. Hilft gegen Gewalt nur Gewalt, oder gibt es auch andere Methoden? Kann man ihr Kunst entgegensetzen?</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Im Irrgarten der Stühle tummeln sich Böse und Gute, Dogmatiker und Pragmatiker, Opportunisten und Idealisten. Ein besonders windiger Charakter ist bei Marc Oliver Schulze bestens aufgehoben. Der nationalsozialistische Journalist Erich Wiesener. Souveräner Macher, nassforsch, sich windend, wenn ihm eine Sache zu heiß erscheint und rücksichtslos im Umgang mit seinem Sohn Raoul de Chassefiere – neben Pauline Knof und Oliver Kraushaar ist Schulze die dominierende Figur. Seine Partnerin, die „Vierteljüdin“ Lea de Chassefiere fängt ein Techtelmechtel mit einem Nazifunktionär an, weil der wenigstens ist, wie er ist. Später wird sie Wiesener, der die Exilszene und deren Zeitung, die „Pariser Nachrichten“, unterwandern soll, verlassen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" class=" size-full wp-image-3589" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2026/01/19_Exil_foto_Joerg_Brueggemann.jpg" alt="19_Exil_foto_Jörg_Brüggemann.jpg" width="1024" height="683" srcset="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2026/01/19_Exil_foto_Joerg_Brueggemann.jpg 1024w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2026/01/19_Exil_foto_Joerg_Brueggemann-300x200.jpg 300w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2026/01/19_Exil_foto_Joerg_Brueggemann-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Viele Stühle &#8211; aber kein Platz zum Nachdenken.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Lily Epply konturiert Erna Redlich, die sich um den Komponisten kümmert, als Mauerblümchen, allerdings mit einem beharrlich soliden Kern. Dass er sie nach Hause, aber nicht nach oben in ihre Wohnung begleitet, ist einer der seltenen zarten Momente dieser Inszenierung – und ein Sieg der Vernunft? Oder der Treue zu seiner Frau Anna? Besoffen versucht er noch mit schrägen Gedichten bei ihr gut Wetter zu machen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;So oder so, es ändert nichts an der Tatsache, dass sich eben diese Anna von ihm vernachlässigt und nicht respektiert fühlt. Besonders übel nimmt sie ihm, dass er sie nicht über seine Entlassung aus der Redaktion der „Pariser Nachrichten“ durch den jüdischen Verleger Louis Gingold (Gerrit Jansen) informiert hat. Wo sie doch alles für ihn getan hat. Bis zur Selbstaufgabe. Was bleibt ist Enttäuschung, Ratlosigkeit, Verzweiflung, Einsamkeit, wie sie in einem dramatischen Monolog zum ergreifenden Ausdruck bringt. Dann bringt sie sich um.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Eigentlich wäre dieser Monolog ein guter Schluss gewesen. Warum der Regisseur dann noch Ensemble und Statisten in unterschiedlichsten Verrenkungen in Zeitlupe Stühle über die Bühne transportieren lässt, erinnert in seiner Absurdität an Ionescos „Stühle“. Oder sollen sie nochmals das Exil symbolisieren, bevor der Sepp Trautwein ein letztes Mal über die Zeit räsoniert. Immerhin hat er doch noch die „Wartesaal-Symphonie“ als politisches Manifest komponiert und somit Farbe bekannt. Der Vorhang fällt, und das Publikum hat reichlich Stoff zum Nachdenken, wie man selbst in vergleichbarer Situation handeln würde.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><em>Wolfgang Nußbaumer</em> &nbsp; &nbsp; &nbsp;</span></p>
<p>(12.01.2026)</p>
<span class="tve-leads-two-step-trigger tl-2step-trigger-0"></span><span class="tve-leads-two-step-trigger tl-2step-trigger-0"></span>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Familienstellung der anderen Art</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/familienstellung-der-anderen-art/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-uss]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jan 2026 17:01:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA["Einfach das Ende der Welt"]]></category>
		<category><![CDATA[Benjamin Lillie]]></category>
		<category><![CDATA[Christopher Rüping]]></category>
		<category><![CDATA[Corinna Harfouch]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsches Theater Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkreis]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkultur]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostalbpresse.de/familienstellung-der-anderen-art/</guid>

					<description><![CDATA[[caption id="attachment_3580" align="alignnone" width=""]<img class=" size-full wp-image-3580" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2026/01/2b91d9852a55922ad540656eca0079e7.jpg" alt="Fotos: Diana Pfammatter" class="caption" title="Benjamin (Benjamin Lillie) ist heimgekehrt. Doch ist die Familie auch ein Zuhause? Die Mutter (Corinna Harfouch), die Schwester mit der Sektflasche zum Empfang (Wiebke Mollenhauer), die Schwägerin (Maja Beckmann) und der Bruder (Nils Kahnwald)." width="1024" height="682" />Benjamin (Benjamin Lillie) ist heimgekehrt. Doch ist die Familie auch ein Zuhause? Die Mutter (Corinna Harfouch), die Schwester mit der Sektflasche zum Empfang (Wiebke Mollenhauer), die Schwägerin (Maja Beckmann) und der Bruder (Nils Kahnwald).[/caption]<p><span style="font-size: 12pt;">Was würde man tun, wenn man weiß, dass man bald sterben muss, fragt sich und das Publikum im Deutschen Theater in Berlin der 36 Jahre junge Benjamin in dem Stück „Einfach das Ende der Welt“.</span></p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: 12pt;">Zuvor hat er enorm zupackend die Sitzreihen aufgemischt und zu gemeinsamem Geschrei animiert. Was für ein Spaß. Einfach mal zusammen sich den Frust aus dem Leib brüllen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Vor zwölf Jahren ist er von zuhause weggegangen in die selbstgewählte Einsamkeit. Familie war für den schwulen Sohn zu viel geworden. Jetzt ist er zurück. Erkundet mit der Videokamera die von Jonathan Mertz akribisch genau eingerichtete und mit einer Fülle von Gegenständen aus der Vergangenheit eingerichtete Wohnung. Das dauert, sorgt für Aha-Erlebnisse und fördert Fundsachen aus der eigenen Erinnerung zu Tage. Vom Kassettenrecorder bis zu alten Fotos. Begleitet von Musik in Endlosschleife und Schlagwerk mit dem Komponisten Matze Pröllochs am Drumset.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Nach dieser Erkundungstour durch das kleinbürgerliche Einrichtungsmilieu verkündet der Schriftzug auf einer Videoleinwand „Pause“. Man dürfe gerne im Saal bleiben, meint der Schauspieler Benjamin Lillie, während die Bühnenarbeiter die Wohnung wegräumen. Nur einige Stellwände bleiben als Requisiten stehen. Schließlich muss man sich irgendwo anlehnen oder durch eine Tür gehen können. Ansonsten große Leere. Nach und nach wird sie in dieser von Christopher Rüping arrangierten Familienaufstellung nach einer Vorlage des an Aids gestorbenen französischen Autors Jean-Luc Lagarce personell, inhaltlich und emotional gefüllt. Nichts ist mehr lustig. Noch immer hat der Zurückkehrer – von Heimkehrer mag man nicht sprechen – die Videokamera in der Hand. Damit kann er Schwester, Schwägerin, Bruder und Mutter optisch ganz nahe kommen und wahrt gleichzeitig Distanz.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Dieser Benjamin, das wird in dieser Inszenierung zunehmend deutlich, ist ein Egomane. Er will sich nicht selbst auf die Schliche kommen, sondern letztlich sein familiäres Umfeld ergründen. Den Bruder, einen biederen Handwerker; die Schwägerin, eine einfache, gradlinige Frau; die Schwester, die kein Pubertier mehr ist; die Mutter freut sich anscheinend, dass er wieder da ist – um gleichzeitig zu erzählen, dass alle von hier weg wollen. Familie ist hier kein Ort der Geborgenheit, der Zuflucht. Wo Benjamin doch eigentlich zurückgekehrt ist, um mitzuteilen, dass er bald sterben muss.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" class=" size-full wp-image-3582" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2026/01/DT_Presse_Einfach_das_Ende_der_Welt_c_Aurin_66453m.jpg" alt="DT_Presse_Einfach_das_Ende_der_Welt_c_Aurin_66453m.jpg" width="1024" height="682" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Benjamin auf Erinnerungstour. Mit der Videokamera erkundet er die Wohnung, die er vor zwölf Jahren verlassen hat.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Im Kleinklein der versuchten Annäherung kommen die Fünf nicht über oberflächliche Phrasen hinaus, die indes dauernd aus dem Ruder laufen, weil das Wichtige nicht gesagt wird, die Frage nach der Verantwortung für das Funktionieren der Familie nicht beantwortet wird. Zunächst. Immer mehr wird schließlich mit jeder Umdrehung der Spannungsschraube &nbsp;an Enttäuschungen hochgespült.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Nils Kahnwald lässt als Bruder seine Aggressivität deutlich spüren. Während Benjamin sich vom Acker gemacht hat, musste er den Familienladen zusammenhalten, den er selbst gerne verlassen hätte. Wie er sich wie eine Zwiebel häutet, und sein Innerstes nach außen bringt, steht exemplarisch für die schauspielerischen Leistungen. Authentisch bis in die feinste Faser verkörpert Maja Beckmann die einfach gestrickte Schwägerin, die als einzige den emotionalen Durchblick hat. Wiebke Mollenhauer weiß als Schwester nicht so recht, was sie mit dem Bruder anfangen soll, versucht jedoch, ihm nahe zu kommen indem sie sich darauf einlässt, ihn mit der Videokamera zu filmen. Corinna Harfouch wiederum schaut ziemlich teilnahmslos ins Publikum, als sich Benjamin in ihren Schoß kuschelt. Was soll sie mit diesem Kind?</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Der Fall ist klar. Dieser Sohn bringt nur Sand ins Getriebe. Deshalb gilt ihm weder Trost, noch Mitleid, noch Verständnis als er endlich mit der Wahrheit herausrückt. Am Ende schießen alle mit Aschekanonen aufeinander. Alles wird zu Asche, kein Ausweg. Ein Ende mit Schrecken. Und das Publikum? Das hat Benjamin mit seiner spielerischen Anmache zu Beginn bereits zum Teil der Großfamilie dieser interaktiven Aufführung gemacht. Da schaut man nicht von außen aus der Distanz, was die auf der Bühne treiben. Man ist Teil des Desasters. Und der starke Beifall Ausdruck (un)herzlicher Verbundenheit.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><em>Wolfgang Nußbaumer</em> </span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">(14.01.2026) &nbsp; &nbsp;&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</span></p>
<span class="tve-leads-two-step-trigger tl-2step-trigger-0"></span><span class="tve-leads-two-step-trigger tl-2step-trigger-0"></span>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Was für ein Abschied</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/stumpfes-abschied-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-uss]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 2026 12:03:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA["Herrn Stumpfes Zieh & Zupf Kapelle"]]></category>
		<category><![CDATA[Finale]]></category>
		<category><![CDATA[Stadthalle Aalen]]></category>
		<category><![CDATA[Stumpfes]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostalbpresse.de/stumpfes-abschied-2/</guid>

					<description><![CDATA[[caption id="attachment_3576" align="alignnone" width=""]<img class=" size-full wp-image-3576" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2026/01/7cee367fd12ab81e6ccfd7ebc32d45ef.jpg" alt="Fotos: Holger Bewersdorf" class="caption" title=""Herrn Stumpfes Zieh &#038; Zupf Kapelle" verabschiedet sich von ihren hingerissenen Fans in der ausverkauften Aalener Stadthalle in den (Un)Ruhestand. " width="1024" height="683" />[/caption]<p><span style="font-size: 12pt;">"Heit nemme, ond morga net glei" haben die "Stumpfes" bei ihrem "Finale" in der ausverkauften Aalener Stadthalle gesungen. Schade, dass es nach rund 4000 Konzerten in 35 Jahren kein "Glei heit" mit "Herrn Stumpfes Zieh &#38; Zupf Kapelle" mehr geben wird.</span></p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;&#8222;Morga nemme&#8220; und &#8222;ibermorga scho glei gar net&#8220;. Aus und vorbei. &#8222;Flex&#8220; Flechsler wird sei Bemberle nemme weh do, nachdem es der Celle ganz gemein mit dem Ellenbogen gescheckt hat. Ihr Kultsong. Die glorreichen Vier von der Ostalb verlassen die Bretter, die die Welt bedeuten für immer. Haben sie gesagt. Vielleicht machen sie eigene Projekte. Sie sind zwar in Ehren ergraut, aber immer noch zu jung für die Rente. Und vital bis zum geht nicht mehr. Davon konnte man sich bei ihrem letzten Auftritt weit über zwei Stunden und drei Zugaben lang überzeugen. Die Frauen im Publikum überschütteten die vier schwäbischen Herzensbrecher am Ende mit einem BH-Gewitter. Mehr Ovation geht nicht!</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Das Konzert? Nicht nur der Jürgen, dem sie ein Lied widmen, &nbsp;findet&#8217;s okay. Einmal mehr haben wir zu unserem größten Vergnügen von Manne Arold gehört, was &#8222;mr älles sott&#8220;. Im kaum zu ergründenden Liedermeer der &#8222;Stumpfes&#8220; findet jede und jeder seinen Lieblingstitel. Wie das Kinderliedermedley in einer total unterkühlten Bossa Nova-Version. Ein Kontrast der Extraklasse.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-3577" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2026/01/Stumpfes_13_20251230_221655_Z8A_2057_HBewersdorf.jpg" alt="Stumpfes_13_20251230_221655_Z8A_2057_HBewersdorf.jpg" width="1024" height="758" srcset="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2026/01/Stumpfes_13_20251230_221655_Z8A_2057_HBewersdorf.jpg 1024w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2026/01/Stumpfes_13_20251230_221655_Z8A_2057_HBewersdorf-300x222.jpg 300w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2026/01/Stumpfes_13_20251230_221655_Z8A_2057_HBewersdorf-768x569.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Benny Banano beherrscht seinen Kontrabass in alle Lagen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Die vier Multiinstrumentalisten behaupten sich auch ohne Gesang in den Gehörgängen. Zum Beispiel mit einem hingebungsvollen Instrumentalstück. Alle zusammen sind sie eine absolut sichere Bank. Solo jeder eine Show für sich. Vom Gauloiserauch der Zigarette von Flex atmosphärisch umwabert, intoniert Benny Banano herzerwärmend sein französisches Liebeslied. Mit &#8222;Lensa ond Schbätzla&#8220; hat es das Quartett in der SWR-Hitparade auch dieses Jahr wieder ganz weit nach vorne geschafft, wofür sich Celle Hafner bei den Fans herzlich bedankt. Die Liebe zu den Musikanten geht eben auch durch den Magen. Großes Drama als Kontrapunkt: &#8222;Bella Ciao!&#8220;&nbsp;</span><span style="font-size: 12pt;">Wenn sie im deutschen und internationalen Liedgut wildern, um es für ihre spöttisch-witzigen Zwecke zurechtzubiegen, sind umwerfende Ergebnisse garantiert. Eigentlich heißt der lateinamerikanische Hit mit kubanischen Wurzeln ja &#8222;Guantanamera&#8220;. Bei den &#8222;Stumpfes&#8220; wird &#8222;I kas nemme hera&#8220; daraus.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Vieles könnte man noch erwähnen. Ihre spontane Reaktionen auf Zurufe aus dem Publikum; die immer noch taufrisch wirkenden Blödeleien untereinander, die dem Ganzen das Flair eines Wohnzimmertreffens geben. Die Fans fühlen sich als Teil der Belegschaft in der guten Stube. Tja, und jetzt wird die gute Stube abgeschlossen und der Schlüssel für immer versteckt. Was bleibt ist die dankbare Erinnerung an vier großartige Musiker und Komödianten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><span style="font-size: 12pt;">Wolfgang Nußbaumer </span></em></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">(01.01.2026)</span><em><span style="font-size: 12pt;"> &nbsp;&nbsp;</span></em></p>
<span class="tve-leads-two-step-trigger tl-2step-trigger-0"></span><span class="tve-leads-two-step-trigger tl-2step-trigger-0"></span>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sperrig, aber spannend</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/sperrig-aber-spannend-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-uss]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Nov 2025 14:29:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA["Zur schönen Aussicht"]]></category>
		<category><![CDATA[Christina Tscharyiski]]></category>
		<category><![CDATA[Felix Strobel]]></category>
		<category><![CDATA[Ödön von Horvath]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkreis]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Schauspiel Stuttgart]]></category>
		<category><![CDATA[Therese Dörr]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostalbpresse.de/sperrig-aber-spannend-3/</guid>

					<description><![CDATA[[caption id="attachment_3546" align="alignnone" width=""]<img class=" size-full wp-image-3546" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/11/e9bc711e2c478c77d51fdbebd1ec5a17.jpg" alt="Fotos: Julian Baumann" class="caption" title="Hier sind sie versammelt zum unfröhlichen Tun: (v.l.) Simon Löcker (Max), Klaus Rodewald (Emanuel Freiherr von Stetten), Felix Strobel (Strasser), Therese Dörr (Ada Freifrau von Stetten), Tim Bülow (Karl)." width="1024" height="637" />Hier sind sie versammelt zum unfröhlichen Tun: (v.l.) Simon Löcker (Max), Klaus Rodewald (Emanuel Freiherr von Stetten), Felix Strobel (Strasser), Therese Dörr (Ada Freifrau von Stetten), Tim Bülow (Karl).[/caption]<p><span style="font-size: 12pt;">Ein riesiges Frauenbein erstreckt sich über die gesamte Bühnenbreite des Schauspiels Stuttgart. Darin öffnen und schließen sich wuchtige Türen. Jetzt im Advent könnte man sie als Kalendertüren identifizieren.</span></p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Nur sind die Überraschungen, die sich dahinter verbergen, eher unfroher Natur. Keine guten Aussichten im heruntergekommenen Hotel „Zur schönen Aussicht“.&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ambivalenz prägt die erste Inszenierung von Christina Tscharyiski am Stuttgarter Haus. Dafür spricht schon die monumentale Beinskulptur, die Sarah Sassen als Spielort platziert hat. Ein Fuß steckt in einem Stiefel, der andere ist nackt. Auf und vor dem Koloss geht’s zur Sache. Festgezurrt ist der Schenkel mit Tau und Seilen. Mit denen kann man sich vom Torso, der Assoziationen an Gullivers Reisen weckt, abseilen oder hinaufklettern. Eigentlich würden sich die meisten ohnehin am liebsten abseilen.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;Wären da nicht die äußeren Verhältnisse, die sie in diesem frühen Stück des österreichischen Dramatikers Ödön von Horvath hier anbinden. Sie alle kämpfen ums materielle Überleben in Zeiten von Inflation, Rezession und Arbeitslosigkeit Ende der Zwanzigerjahre. Der Hotelbesitzer Strasser, der Kellner Max, der Chauffeur Karl, der Freiherr Emanuel von Stetten und der faschistische Geldeintreiber Müller.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;Nur eine kämpft um ihr eigenes Überleben. Ada Freifrau von Stetten, der einzige Gast des Hotels, die einzige Geldquelle, alt, desillusioniert, lebenshungrig soweit es die körperliche Verfassung zulässt – und despotisch. Weil sie weiß, dass die gesamte Belegschaft an ihrem Tropf hängt. Später wird noch Christine aus dem Bauch des Beins auftauchen. Damit ist das gesamte Personal versammelt, dem man so oder so ähnlich in Horvaths späteren „Volksstücken“ begegnen wird.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;Diese sind so wenig traditionelle Volksstücke, wie „Zur schönen Aussicht“ eine Komödie ist. Es ist auch keine Satire, sondern in Tscharyiskis Sicht das Psychogramm einer kaputten Gesellschaft. Die sie jedoch nicht realistisch agieren lässt, sondern ganz im Sinn des Dramatikers stilisiert. Sein Jargon der Uneigentlichkeit, dieses nur auf den ersten Blick sinnentleerte Aneinandervorbeireden, erhält in diesem Stück seine erste Bewährungsprobe.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;Das macht den Zugang zunächst sperrig. Was soll das denn heißen? Bis man erkennt, was hier ganz beiläufig an Gemeinheiten aus der jeweiligen mörderischen und kriminellen Vergangenheit niederträchtig ausgetauscht wird. Doch wen juckt’s, schließlich sitzt man zusammen in einem löchrigen Boot. Was nichts am hierarchischen Umgangston ändert. Vorneweg die Ada der Therese Dörr. Miriam Draxl hat sie in ein enges langes Kleid gezwängt, das vorne schon leicht aus dem Leim geht. In Verbindung mit der sehr hohen Stirn ist sie eine verwelkte Schönheit, die sich ihres Verfalls durchaus bewusst ist. Ihre Stimmungsschwankungen zwischen weinerlichem Selbstmitleid, geiler Lust und souveräner Dominanz bringt Therese Dörr brillant auf den Punkt. Aber sie weiß auch um die Macht des Geldes, über das sie als einzige verfügt. Und lässt die Männer nach ihrer Pfeife tanzen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-3548" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/11/58011_zur_schoenen_aussicht_presse_10_2981_c_julian_baumann.jpg" alt="58011_zur_schoenen_aussicht_presse_10_2981_c_julian_baumann.jpg" width="1280" height="846" srcset="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/11/58011_zur_schoenen_aussicht_presse_10_2981_c_julian_baumann.jpg 1280w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/11/58011_zur_schoenen_aussicht_presse_10_2981_c_julian_baumann-300x198.jpg 300w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/11/58011_zur_schoenen_aussicht_presse_10_2981_c_julian_baumann-1024x677.jpg 1024w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/11/58011_zur_schoenen_aussicht_presse_10_2981_c_julian_baumann-768x508.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp;Vergangenheit trifft Zukunft, Ada (Therese Dörr) und Christine (Laura Balzer).</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;Wie den Hotelbesitzer Strasser, den Felix Strobel als windigen, gejagten Charakter mit herrischen Zügen zeichnet. Simon Löcker behauptet als Kellner Max einen Rest von Selbstbewusstsein mit dem Hinweis auf seine Vergangenheit als Kunstgewerbler. Vielleicht hat ihm die Regie deshalb eine Jacke aus Federn über die kurzen Hosen gezogen. Der Karl des Tim Bülow versucht als devoter und zugleich tückischer Chauffeur über die Runden zu kommen. Selbst als Adas Liebhaber. Ob sie sich deshalb die Seele aus dem Leib kotzt?</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;Klaus Rodewalds Baron spielt als Adas Zwillingsbruder facettenreich den notgeilen, pleite gegangenen Nassauer, der sich vergeblich im verblassten Glanz der Aristokratie sonnt. Der Name Müller des Geldeintreibers ist so häufig wie die rücksichtslosen, egoistischen, rassistischen Figuren, die Jahre später Horvath zur Ausreise nach Frankreich veranlassten. In Gábor Biedermanns Darstellung begegnet uns Müller just als dieser Prototyp des eiskalten Überleichengehers.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;Fehlt noch eine. Christine. Im Original erscheint sie dunkel gekleidet auf der Bühne; in dieser Inszenierung trägt sie ein hoffnungsvolles Grün. Laura Balzer behauptet sich mit zwar zarter, aber energisch grundierter Stimme gegen die Männerhorde. Geschwängert von Strasser, hat sie einen Trumpf im Ärmel, den sie erst ausspielt, als ihre Hoffnung, von ihm angenommen zu werden, zynisch enttäuscht wird. Sie hat 10.000 Mark geerbt. Eigentlich wollte sie mit dem Geld das Hotel aufhübschen. Jetzt aber nimmt sie den nächsten Zug. Ganz selbstbewusst steht sie oben auf dem Torso. Dann fällt der Vorhang. Freundlicher Beifall für ein dunkles Stück.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;Info: Nächste Aufführungen am 30.11.; 8. und 12.12.25;&nbsp;<a href="http://www.schauspiel-stuttgart.de/" target="_blank" rel="noopener">www.schauspiel-stuttgart.de</a></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"><em>Wolfgang Nußbaumer&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</em>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</span></p>
<p>(25.11.2025)</p>
<span class="tve-leads-two-step-trigger tl-2step-trigger-0"></span><span class="tve-leads-two-step-trigger tl-2step-trigger-0"></span>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der lange Weg der Erkenntnis</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/der-lange-weg-der-erkenntnis-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-uss]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Oct 2025 18:16:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsches SchauSpielHaus Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Devid Striesow]]></category>
		<category><![CDATA[Karin Beier]]></category>
		<category><![CDATA[Ödipus]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkreis]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Roland Schimmelpfennig]]></category>
		<category><![CDATA[Sophokles]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostalbpresse.de/der-lange-weg-der-erkenntnis-3/</guid>

					<description><![CDATA[[caption id="attachment_3491" align="alignnone" width=""]<img class=" size-full wp-image-3491" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/10/d2071b60238b7f74c1203042be7b40e6.jpg" alt="Fotos: Monika Rittershaus" class="caption" title="Diesem Manne kann nicht mehr geholfen werden. Ödipus (Devid Striesow) greift sich an den Kopf ob all der düsteren Ungereimtheiten.." width="1024" height="683" />Diesem Manne kann nicht mehr geholfen werden. Ödipus (Devid Striesow) greift sich an den Kopf ob all der düsteren Ungereimtheiten..[/caption]<p><span style="font-size: 12pt;">Dieser Ödipus hat von Anfang an schlechte Karten. Er kann nichts für sein Elend und jenes, das er anrichtet. Es ist von Anfang an vorbestimmt. Der Wahnsinn an sich.</span></p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp; Mit ausgelöschtem Augenlicht steht der Ödipus des Devid Striesow am Ende eines an die Nieren gehenden Theaterabends der „Anthropolis“-Reihe auf der Bühne des Hamburger SchauSpielHauses.&nbsp;</span><span style="font-size: 12pt;">Bis dieser von Laios und Iokaste ausgesetzte Sohn jedoch das ganze Desaster seiner Existenz erkennt, muss er einen langen Weg der Erkenntnis gehen. Die wieder von Roland Schimmelpfennig bearbeitete und von Karin Beier einmal mehr bestechend inszenierte Tragödie von Sophokles &nbsp;beginnt mit einem Monolog über das Orakel von Delphi. Ist Apollon der Gott, der alles steuert? Verantwortlich für die Katastrophe, die dem Menschen seine Unzulänglichkeit vor Augen und ihn dadurch zum Gott zurückführt.&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp; &nbsp;Zum Räsonieren setzt sich in dieser Inszenierung Karin Neuhäuser als Priesterin auf einen Sandhaufen am Bühnenrand. Ganz pragmatisch, illusions- und nahezu emotionslos kommentiert sie das ungeheuerliche Geschehen. Ein Geschehen, das zeitlos gegenwärtig ist. Das signalisiert schon die Kleidung der Protagonisten.&nbsp;</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp; &nbsp;Das Orakel und der Seher Teiresias prophezeien Ödipus, was da auf ihn zukommt. Der will es nicht glauben, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Aber vielleicht ist doch etwas dran an den sibyllinischen Sätzen. In diesem Zwiespalt zeichnet Devid Striesow den Ödipus als einen von Angst erfüllten Choleriker. Ein kluger Kopf, in seiner überheblichen Selbstgerechtigkeit jedoch kein Sympath. So einer als Retter von Theben? Schon von seiner Anmutung her ist man als Zuschauer skeptisch. Der Schreibtisch an dem er Platz nehmen wird, ist symbolträchtig auf Sand gebaut. Seine Wahrheit wird sich als Trugbild erweisen. Die Wirklichkeit ist erbarmungslos. Letztlich zum Nachdenken über sich selbst gebracht, tritt er in einen Dialog mit dem zweigeteilten großen antiken Chor, der hoch in den Theaterrängen positioniert ist.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-3493" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/10/10_Oedipus_189_Rittershaus.jpg" alt="10_Oedipus_189_Rittershaus.jpg" width="1024" height="683" srcset="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/10/10_Oedipus_189_Rittershaus.jpg 1024w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/10/10_Oedipus_189_Rittershaus-300x200.jpg 300w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/10/10_Oedipus_189_Rittershaus-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p>I<span style="font-size: 12pt;">ocaste (Julia Wieninger) umarmt ihren vom Schicksal geschlagenen Mann und Sohn Ödipus (Devid Striesow).</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Dieser von Devid Striesow im Wortsinn verkörperte Erkenntnisprozess steht im Zentrum der Aufführung. Wie sich in der durch den Seher Teiresias (Michael Wittenborn) angestoßenen Erinnerungstortur ihm allmählich die persönliche Schuld eröffnet, ist großes Theater. An Krücken schon schleppt sich der stolze Mann über die Bühne. Die finale Ent-Täuschung bringt das von Ödipus angeordnete Erscheinen des Hirten, der ihn nicht ausgesetzt hat, und dem Boten aus Korinth. Ihm wird klar, dass er seinen Vater erschlagen und seine Mutter geheiratet hat. Trost kann er bei ihr keinen mehr finden. Iocastes (Julia Wieninger) blutrote Bluse verweist schon auf die blutenden Augen des Mannes und Sohnes. Schlimmer geht’s nicht.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;So viel Verblendung kann man nur mit Blendung heilen. Augen, die so Ungeheuerliches gesehen haben, haben genug gesehen. Blind und blutend schleppt er sich auf Krücken ins Dunkel, vorbei an dem Stierkörper als Zeus-Symbol, mit dessen Verschwinden im Meer, mit Europa auf dem Rücken, einst alles begann. Da muss das Publikum erst durchatmen, bevor es zu lang anhaltendem Beifall ansetzt.&nbsp;</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><span style="font-size: 12pt;">Wolfgang Nußbaumer &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;</span></em></p>
<p>(11.10.2025)</p>
<span class="tve-leads-two-step-trigger tl-2step-trigger-0"></span><span class="tve-leads-two-step-trigger tl-2step-trigger-0"></span>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Herrscherin der Bühne</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/laios-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-uss]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Oct 2025 11:14:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA["Laios"]]></category>
		<category><![CDATA[Anthropolis]]></category>
		<category><![CDATA[DeutschesSchauspielHaus Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Lina Beckmann]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkreis]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Roland Schimmelpfennig]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostalbpresse.de/laios-3/</guid>

					<description><![CDATA[[caption id="attachment_3487" align="alignnone" width=""]<img class=" size-full wp-image-3487" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/10/f76a4807a834eef3b5b786da7dba75f6.jpg" alt="Foto: Thomas Aurin" class="caption" title="Lina Beckmann beherrscht als Laios die große Bühne." width="1280" height="853" />Lina Beckmann beherrscht als Laios die große Bühne.[/caption]<p><span style="font-size: 12pt;">Schwarze Tränen auf grauem Grund. Im Vordergrund liegt der Stierkörper auf der weiten Bühne des Hamburger SchauSpielHauses. Dazu eine kleine Mauer aus weißen Steinen.</span></p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Der ausgedehnte Spielort für Lina Beckmann als „Laios“. Sie beherrscht ihn von der ersten Sekunde an.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;Nach Prolog und Dionysos fesselt einen der weitere Teil der „Anthropolis“-Saga in den Theatersessel. Atemlos lauscht man, wie diese großartige Erzählerin den Text von Roland Schimmelpfennig in verbale Handlung umsetzt. Sie verkörpert nicht nur den König, sondern auch den betagten Sprecher der Bürger von Theben. Das Kontrastprogramm in einer überragenden Person. Sie erzählt und spielt im permanenten Rollenwechsel.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;Bevor sich die Sphinx, die Vogelfrau am Himmel, mit ihrer grellen Stimme in den Köpfen der Thebaner einnistet, beginnt die Tragödie wieder mit einer augenzwinkernden Abwägung dessen, was sein könnte oder auch nicht, als Laios mit dem jungen Chrysippos aus der Verbannung ins von dem Zwitterwesen bedrohte Theben zurückkehrt. Doch rasch bleibt einem das Lachen im Halse stecken, als die Erzählerin Ernst macht. Die Fiktion wird zur ausweglosen Bühnenrealität.</span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-3489" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/10/6_Laios_Rittershaus_092.jpg" alt="6_Laios_Rittershaus_092.jpg" width="1024" height="683" srcset="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/10/6_Laios_Rittershaus_092.jpg 1024w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/10/6_Laios_Rittershaus_092-300x200.jpg 300w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/10/6_Laios_Rittershaus_092-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Der Stierkopf im Schoß von König Laios (Lina Beckmann). Die Vergangenheit im Griff? &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; (Foto: Monika Rittershaus) &nbsp;&nbsp;</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Mit einer Halbmaske im Gesicht lässt Lina Beckmann einen alten Mann für den politischen Rat von Theben sprechen, der durch eine Reihe von antikisierten Häuptern repräsentiert wird. Gebrechlich und zugleich sehr präsent. „Allein die Vernunft macht uns zu freien Menschen.“ Wer definiert jedoch, was vernünftig ist. Und was ist Freiheit? Dass Laios oder wer auch immer, auf jeden Fall Lina Beckmann, auf einer Drehleier eine kleine Melodie spielen kann? Ein Hauch von Poesie in Zeiten des Wahnsinns, der mit kriegerischem Getöse aus der Gegenwart hereinbricht. Während die Bürger Thebens auf ihren König warten.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Schimmelpfennig klopft den Mythos mit Beckmanns Hilfe auf seine interpretatorischen Möglichkeiten ab. Die Spielwiese, die sich daraus für die Schauspielerin ergibt, könnte gar nicht groß genug sein für diese singuläre Darstellerin. Sie schleppt den Stierkörper über die Bühne (der Mohr hat seine Schuldigkeit getan), streicht mit irrem Blick an den schwarzen Tränen entlang, tigert auf allen Vieren über die Bretter, weist mit schwarzumränderten, wissenden Augen nach oben, wo die Sphinx lauert. Beckmanns Laios erzählt die Geschichte, wie sie in „Ödipus“ und „Iocaste“ ihre wahnsinnige Konsequenz finden wird, als zunehmend schauriger werdendes Kammerspiel.&nbsp;&nbsp;Was für ein dramatisches Erlebnis!</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><span style="font-size: 12pt;">Wolfgang Nußbaumer</span></em></p>
<p>(<em>10.10.2025)</em></p>
<span class="tve-leads-two-step-trigger tl-2step-trigger-0"></span><span class="tve-leads-two-step-trigger tl-2step-trigger-0"></span>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wo der Wahnsinn regiert</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/wo-der-wahnsinn-regiert-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-uss]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Oct 2025 07:13:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Anthropolis]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsches SchauSpielHaus Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Dionysos]]></category>
		<category><![CDATA[Karin Beier]]></category>
		<category><![CDATA[Lina Beckmann]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkreis]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Roland Schimmelpfennig]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostalbpresse.de/wo-der-wahnsinn-regiert-3/</guid>

					<description><![CDATA[[caption id="attachment_3483" align="alignnone" width=""]<img class=" size-full wp-image-3483" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/10/1706b33fef7712ba31cca5e36abb2536.jpg" alt="Fotos: Monika Rittershaus" class="caption" title="Ernst Stötzner und Lina Beckmann." width="1024" height="683" />Ernst Stötzner und Lina Beckmann.[/caption]<p><span style="font-size: 12pt;">„Wahnsinn“. Wahnsinn in mehrfacher Hinsicht. Wahnsinn die Darstellungswucht der Lina Beckmann. Wahnsinn die Geschichten des Theben-Marathons „Anthropolis“ am Deutschen Schauspielhaus Hamburg.</span></p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Was sich in „Prolog“, „Dionysos“, „Laios“, „Ödipus“, „Iokaste“ und „Antigone“ in der spektakulären Bearbeitung von Roland Schimmelpfennig ereignet, geht tief unter die Haut. Verblendung durch überhebliche Ignoranz, reines Machtstreben und (a)moralisches Kalkül. In der Summe sehr heutig. Dies schlüssig darzustellen, steht der experimentierfreudigen Regisseurin Karin Beier ein eminent spielfreudiges Ensemble zur Verfügung.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Sinnlich von Anfang an. Fesselnd schon die Erzählung vom großen weißen Stier, der mit dem Mädchen Europa auf dem Rücken im weiten Meer verschwindet. Das Publikum erlebt eine lebhafte Hochzeitsfeier mit Menschen und Göttern; schließlich müssen die Voraussetzungen für die Geburt derjenigen geschaffen werden, die fortan handeln und verhandelt werden. Damit jedoch gefeiert werden kann, fegen fünf Männer den Schmutz von der Bühne. Sauber wird die Geschichte dadurch nicht. Was kann man wissen, was glauben? Ist glauben ein Glück oder eine Gefahr? Die Antworten auf diese Fragen bescheren rundum geglückte Theatererlebnisse.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Bevor der dramatische Wahnsinn beginnt, darf das Publikum Tränen lachen. Lina Beckmann karikiert zwischendurch eine Weinprobe in bester Kabarettmanier. Menschen in den ersten Reihen können an der Verkostung teilnehmen. Und kommen mit dem Traubensaft im Mund dem Gott des Weins schon recht nahe. Damit ist der Spaß mit dieser wahnsinnig guten Schauspielerin zu Ende. Jetzt hat der Wahnsinn freie Bahn.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-3485" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/10/01_DSH_Prolog_Ensemble_c_Rittershaus.jpg" alt="01_DSH_Prolog_Ensemble_c_Rittershaus.jpg" width="1024" height="683" srcset="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/10/01_DSH_Prolog_Ensemble_c_Rittershaus.jpg 1024w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/10/01_DSH_Prolog_Ensemble_c_Rittershaus-300x200.jpg 300w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/10/01_DSH_Prolog_Ensemble_c_Rittershaus-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">Das Bild zeigt von links: Mehmet Ateşçi, Kristof Van Boven, Maximilian Scheidt, Lina Beckmann, Carlo Ljubek</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;"></span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Für den sorgt Dionysos. Der Zeussohn, den Carlo Ljubek als coolen, lässig über den Dingen stehenden Typen zeichnet, hat mit den Bewohnern Thebens ein Hühnchen zu rupfen, weil sie ihm nicht angemessen gehuldigt haben. Deren Herrscher Pentheus will sich von dem Gott indes auch nicht in die Suppe spucken lassen. Er ist der Chef. Ihn gibt Kristov Van Boven hoch zu Roß (der Schimmel heißt Sam) mit machohafter Arroganz.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Dass die Frauen der Stadt tief im Wald völlig außer Rand sich selbst feiern, geht gar nicht. Sehen möchte er das dennoch. Da hätte er wohl besser auf die Prophezeihung des blinden Sehers Teiresias (Michael Wittenborn) gehört, statt dessen Blindenstock zu zerbrechen. Damit tappt er dem Gott in die Falle, der das alles just zu diesem Zwecke arrangiert hat.&nbsp;&nbsp;Die wilden Weiber entdecken den betrunkenen Voyeur hoch auf einem Baum und zerfleischen ihn.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Aus dem Wahn erwacht, erkennt Agaue, dass der Löwenkopf, den sie angeschleift hat, der ihres Gatten ist. Dessen restliche fleischlichen Überbleibsel sortiert sie manisch in Kübel. Symbolisch: Alles im Eimer. Lina Beckmanns Körpersprache verrät in jeder Faser ratlose Verzweiflung. Die lustvolle Kabarettistin zeigt ihr Format als große Tragödiendarstellerin.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; &nbsp;Dionysos liebt nicht nur den Wein und die Ekstase; er lärmt auch gerne. Diesen Part übernimmt mit durchschlagender perkussiver Partitur die brillante Trommlertruppe „Taiko“.&nbsp;</span><span style="font-size: 12pt;">Nach so viel Bühnenwahnsinn tobt der Beifallssturm durch das ausverkaufte Haus.</span></p>
<p><span style="font-size: 12pt;">&nbsp; <strong>&nbsp;Info:</strong> Über die weiteren Aufführungen wird auf dieser website noch berichtet. &nbsp; &nbsp;</span></p>
<span class="tve-leads-two-step-trigger tl-2step-trigger-0"></span><span class="tve-leads-two-step-trigger tl-2step-trigger-0"></span>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein Barde zum Anfassen</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/sehr-high-in-motion-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-uss]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Aug 2025 11:34:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA["Lady in Red"]]></category>
		<category><![CDATA[Chris de Burgh]]></category>
		<category><![CDATA[Festival Schloss Kapfenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkreis]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkultur]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostalbpresse.de/sehr-high-in-motion-3/</guid>

					<description><![CDATA[[caption id="attachment_3437" align="alignnone" width=""]<img class=" size-full wp-image-3437" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/08/04d0f2696d16566e5bdfbe403fbe427b.jpg" alt="Fotos: Holger Bewersdorf" class="caption" title="Chris de Burgh in seinem Element: Singen und spielen." width="1024" height="683" />Chris de Burgh in seinem Element: Singen und spielen.[/caption]<p>Mit weitgehend handgemachter Musik hat ein Singersongwriter der alten Garde zum Abschluss des Kapfenburg-Festivals nochmals ein ausverkauftes Schloss in harmonische Stimmung versetzt.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp; &nbsp;Auf der Gitarre und am Piano hat sich Chris de Burgh mutterseelenallein auf der großen Bühne durch seine Hits und zahlreiches weiteres Liedgut begleitet. Vor ihm im Schlosshof stand ihm allerdings ein riesiger Chor aus vorwiegend weiblichen Stimmen zum Mitsingen zur Verfügung.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;„Bei dieser Tournee geht es darum, dass ich mich an meine Anfänge zurückerinnere, als ich solo zu Gitarren- oder Klavierbegleitung auftrat“, hat der sanfte Barde von der grünen Insel erklärt, bevor er sich zu seiner Jubiläumstour „50LO“ aufgemacht hat. Seit 50 Jahren ist er im „Music-Business“ unterwegs. Mit sechs Jahren habe er angefangen, kokettiert er mit seinem Alter.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Chris de Burgh hat inzwischen 76 Jahre auf dem Buckel. Was ihn nicht daran hindert, mit seiner Gitarre zwischen den große Lautsprechern hin und her zu düsen. Wie schon Wolfgang Niedecken mit BAP begibt sich der Sänger auf eine Zeitreise durch sein Liedschaffen. Allerdings besteht er nicht darauf, dass kein Song jünger als 40 Jahre sein darf. Da könnte er zwar mit „Flying“ (1974) locker mithalten. Er setzt jedoch auf seine diversen Hits. Für „Missing you“ greift er zur Gitarre, nachdem er bei den ersten beiden Titeln in die Tasten gegriffen hat, um zu versichern „I cannot sleep tonight“. Wie auch. Bei diesem Publikum. Für dessen herzliche Resonanz bedankt er sich immer wieder.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;„Sailing away“ ist eines dieser Lieder, in denen der Barde sein großes Talent für süffige Melodien beweist. Im vergangenen Jahr hat er „It’s never to late“ mit ausgedehntem „La-la, la-la-la-la“-Refrain komponiert. Weitere Gelegenheit, lautstark mitzusingen, damit der kleine Mann auf der Bühne seine Kopfstimme mal schonen kann. Wieder am Piano intoniert er „It’s me“. Nicht wenige Künstler nennt er als seine Vorbilder. Besonders angetan hat es ihm Elvis Presley. Dessen Titel „Always on my mind“ mag er sehr. Das hört man in seiner Interpretation. Er besingt noch einen „Candlestick“ und zur „Moonfleet Bay“ beginnen fünf Laternen zu flackern. „On this day“ hat er mit den „Swiss Gospel Singers“ aufgenommen. Diese Truppe konnte er nicht bringen. Ihren Sound schon. Der dröhnt als „Playback“ aus den Boxen. Ein akustischer Schönheitsfehler dieses Konzerts, auf den Chris de Burgh angesichts seiner Qualitäten als Solist gut hätte verzichten können.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-3441" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/08/SK_CDeBurgh_20250803_184330_Z8A_8686_HBewersdorf.jpg" alt="SK_CDeBurgh_20250803_184330_Z8A_8686_HBewersdorf.jpg" width="1024" height="683" srcset="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/08/SK_CDeBurgh_20250803_184330_Z8A_8686_HBewersdorf.jpg 1024w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/08/SK_CDeBurgh_20250803_184330_Z8A_8686_HBewersdorf-300x200.jpg 300w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/08/SK_CDeBurgh_20250803_184330_Z8A_8686_HBewersdorf-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Viele seiner Songs sind autobiografisch geprägt, oder von aktuellen Ereignissen angestoßen. „Im Krieg sind es immer die Kinder, die die Opfer sind, Wir müssen die Kinder schützen!“, liest er auf deutsch von einem Blatt ab; singt „The simple truth“ (A child is born), holt eine ukrainische Flagge und drapiert sie auf seinem Flügel. Große Zustimmung aus dem Publikum! Auch als er mit den Mullahs im Iran abrechnet, die den Frauen vorschreiben würden, was sie tragen dürften. „Das Recht aller Frauen auf Bildung und Freiheit“, fordert Chris de Burgh. „Tragen Sie, was sie wollen“.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Er streift mit einem Titel noch sein Musical „Robin Hood“, und landet schließlich bei seinen Klassikern „High on Emotion“ und der „Lady in Red“. Da weiß die flotte Bürgermeisterin von Lauchheim, dass sie ihr rotes Kleid zurecht angezogen hat. „Africa“ von „Toto“ und „Pretty Woman“ kommen bei den Fans, die schon lange vor die Bühne geströmt sind, bestens an. Nach gut zwei Stunden verabschiedet sich der Mann von der Insel von seinen Fans. Und damit ist auch das Festival 2025 Vergangenheit.</p>
<p><em>Wolfgang Nußbaumer</em></p>
<p>(04.08.2025) &nbsp;&nbsp;</p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>
<p>&nbsp;&nbsp;</p>
<span class="tve-leads-two-step-trigger tl-2step-trigger-0"></span><span class="tve-leads-two-step-trigger tl-2step-trigger-0"></span>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mehr Liebe geht nicht</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/mehr-liebe-geht-nicht-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-uss]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Jul 2025 17:06:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Festival Schloss Kapfenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Maite Kelly]]></category>
		<category><![CDATA[Moritz von Woellwarth]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkreis]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Röttinger Blasmusik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostalbpresse.de/mehr-liebe-geht-nicht-3/</guid>

					<description><![CDATA[[caption id="attachment_3413" align="alignnone" width=""]<img class=" size-full wp-image-3413" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/07/6c37daa18e07dfc2ae8aa5bc3672232b.jpg" alt="Fotos: Schloss Kapfenburg" class="caption" title="Maite Kelly genießt mit ihrer Bühnencrew den stürmischen Beifall ihrer Fans." width="1280" height="649" />Maite Kelly genießt mit ihrer Bühnencrew den stürmischen Beifall ihrer Fans.[/caption]<p>„Nur Liebe“ in „XXL“ steht groß auf der Website von Maite Kelly. „Liebe“ ist denn auch das Zauberwort bei ihrem Auftritt beim Festival Schloss Kapfenburg. Vor der Sängerin singen sich schon mal ihre dicht gedrängt stehenden, überwiegend weiblichen Fans warm.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp; &nbsp;Das fällt an diesem Abend leichter, weil es ausnahmsweise mal nicht regnet. Ohnehin ist die überall spürbare Tendenz „vorwiegend heiter“.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Draußen im Garten musiziert die Röttinger Blasmusik, was das Blech hergibt. Hat auch Sängerinnen dabei und Sänger, die Udo Lindenberg und Peter Maffay gekonnt imitieren. Inmitten der Tischreihen und Verpflegungsstände drehen sich zwei Frauen im Tanz. Kein Trubel, doch viel Heiterkeit. Der Jubel findet im Innenhof statt, wo Akademiedirektor Moritz von Woellwarth das Publikum pflichtgemäß auf die Unterstellmöglichkeiten bei Unwetter hinweist.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Kein Thema an diesem lockerflockigen Abend. Alles Friede, Freude, Eierkuchen. Ersatzweise die Festivalbratwürste made in Lauchheim, die allein schon das Kommen lohnen. Gut gesättigt, können die Fans den Gruß ihres Idols „Einfach Hello“ lautstark erwidern. Sie sorgen auch dafür, dass fast zwei Stunden lang keine musikalische Pause entsteht. Zuvor schon hat sie in ihrem golden schimmernden Kostüm ihr Talent für Selbstironie gezeigt: „Meine Jeanne d’Arc-Rüstung“. Was sie nicht daran hindert, ihren Herzenswunsch stimmgewaltig zu äußern, während zwei Maschinen Seifenblasenwolken über die Köpfe pusten: „Ich will dich heute Nacht“. Damit das auch bestimmt klappt, hat sie zwei Background-Sängerinnen in weißen Anzügen,&nbsp;zwei Gitarristen, einen Keyboarder und einen Schlagzeuger sowie zwei Tänzerinnen mit artistischer Beweglichkeit mitgebracht. Wer jetzt eine Fernsehshow assoziiert, liegt richtig. In der Mitte der Bühne ermöglicht eine leuchtende Treppe die angemessene Performance.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-3415" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_0010.jpeg" alt="IMG_0010.jpeg" width="1024" height="847" srcset="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_0010.jpeg 1024w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_0010-300x248.jpeg 300w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_0010-768x635.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Diese Treppe huscht oder schreitet, je nach Rhythmus, die 45 Jahre alte Powerfrau hinauf und hinab, lässt sich mal nieder, um im nächsten Moment über die breite Bühne zu brettern. „Ich brauch einen Mann“, verrät die dreifache Mutter, bevor sie sich zum ersten Mal umzieht. Der Kelly-Hut und der rosafarbene Mantel über dem schwarzen Hosenanzug verweisen auf eine Reise in die Vergangenheit. Sie erzählt von ihrem ersten Bühnenauftritt als 14-jährige von ihrer Familie, von Auf und Abs in ihrem Leben.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Dann macht die Frau, die in den USA ihren Highschool-Abschluss gemacht hat, mit einem englischen Song weit: „Baby don’t hurt me“. „Do you feel the love?“ Was für eine Frage. Dank ihr vibriert das Schloss förmlich vor „Love“. Und die Leute vor ihr sowieso. Diese Open Air-Erfahrung überwältigt sie sichtlich. Maite Kelly verbeugt sich vor diesem Publikum. Zwar will sie ihre Schlager singen, ein bisschen Rock darf es dennoch sein. Also rockt sie mit heißem Atem Westernhagens „Sexy ich würde alles für dich tun“ und Tina Turners „Simply the best“.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Mittlerweile in einen schwarzen Glitzerdress mit silberfarbenem Mieder gestylt, versichert sie „Liebe lohnt sich“. Nach knapp 90 Minuten kündigt sie den letzten Song an, den Ohrwurm zum Mitsingen schlechthin: „Warum hast du nicht nein gesagt.“ Natürlich ist noch nicht Schluss. Die „Zugabe“-Rufe werden mit einem Klassiker der Kelly-Family aus der Feder ihres Bruders Paddy belohnt, der zu Herzen gehenden Ballade „Sometimes I wish I were an angel“. Sie macht dazu sogar noch eine Handy-Schaltung zu ihrem Bruder, um ihm zu zeigen, wieviel Publikum sie hinter sich versammeln kann. Mit spitzbübischem Lächeln kommentiert sie: „Ich bin immer noch die böse kleine Schwester“.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Als die Fangemeinde mit ihrem Applaus nicht locker lässt, holt Maite Kelly ihre ganze Crew zu ihrem und Roland Kaisers nochmals intoniertem Hit auf die Bühne. Wer kann da noch nein sagen. Mehr Liebe geht nicht!&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Wolfgang Nußbaumer &nbsp;&nbsp;</em></p>
<p>(30.07.2025)</p>
<span class="tve-leads-two-step-trigger tl-2step-trigger-0"></span><span class="tve-leads-two-step-trigger tl-2step-trigger-0"></span>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
