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	<title>Archiv Musik &#8211; ostalb.net</title>
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	<description>Kultur aus Ost-Württemberg</description>
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		<title>Raumklang im Klangraum</title>
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		<dc:creator><![CDATA[-uss]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Aug 2023 14:24:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv Musik]]></category>
		<category><![CDATA["New York Polyphony"]]></category>
		<category><![CDATA[Festival Europäische Kirchenmusik]]></category>
		<category><![CDATA[Johanniskirche]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkreis]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkultur]]></category>
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					<description><![CDATA[[caption id="attachment_2895" align="alignnone" width=""]<img class=" size-full wp-image-2895" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2023/08/336d6e45001c603052accd6de4c50b60.jpg" alt="Foto: Hientzsch" class="caption" title="Vier Stimmen im Einklang in der Johanniskirche Schwäbisch Gmünd." width="1024" height="675" />Vier Stimmen im Einklang in der Johanniskirche Schwäbisch Gmünd.[/caption]<p>Was könnte das sein? Raumklang im Klangraum mit kluger Lichtregie? Einblicke in die Schönheit mit dem Männerquartett „New York Polyphony“. Das EKM-Konzert mit einem Weltklasseensemble in der wundervollen Johanniskirche.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp; &nbsp;Die vier Sänger&nbsp;bieten nicht nur Vokalmusik der Renaissance. In ihrem Programm finden sich neben dem Deutschen Anton Bruckner Kompositionen des Iren Michael McGlynn, der Amerikaner Paul Manz und Paul Moravec und des amerikanischen Quintetts „The Revelers“.&nbsp;&nbsp;Sie waren, wie im Programmheft zu lesen ist, seit den 1930er Jahren in Vergessenheit geraten. Die bereits zweimal für den „Grammy“ nominierten New Yorker bewähren sich auch als Schatzsucher auf dem Feld vergessener Kompositionen.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Wie die acht Briten von „VOCES8“ in der Wallfahrtskirche Unterkochen zwei Wochen zuvor eröffnen sie ihr Programm mit dem Meister des Schönklangs William Byrd. Makellose Kirchenmusik Kyrie und Gloria aus der „Mass for four voices“. Eigentlich möchte man über die Byrd-Interpretationen und all die andern gar nicht schreiben, weil einem die Worte zu dürftig vorkommen, um sie adäquat zu fassen. Nach dem Byrd und den einzelnen Teilen des ebenso klangschönen „Officium de Cruce“ des franko-flämischen Renaissancekomponisten Loyset Compère traut sich auch niemand zu klatschen, um die Aura des erlebten Wunderbaren nicht zu behelligen.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Die Musik ist das Eine, die Interpreten das Andere. Erster unter Gleichen ist der Countertenor Geoffrey Williams. Er gibt im Wortsinn den Ton an &#8211; mit einer kleinen Mundharmonika. Mit seinem hohen Timbre ist der stattliche Bartträger zwar nicht dominant, aber dennoch überragend. Diese mühelose Leichtigkeit in seiner hohen Lage, findet sich indes ebenfalls bei den beiden Tenören Steven Caldicott Wilson und Andrew Fuchs sowie dem Bass-Bariton Craig Phillips. Er hat auch die „Revelers“-Titel neu arrangiert.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;„O pia virgo“ (O heilige Jungfrau) hat McGlynn dem Quartett als Auftragsarbeit auf den Leib geschrieben. Mehr Zusammenklang geht nicht. Die Advent-Motette „E’en so, Lord Jesus, quickly come“ ist die bekannteste Choralkomposition von Paul Manz, sehr harmonisch, von kirchenliedhafter Gläubigkeit.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Irving Berlins „Don’t wait too long“ singen die Vier mit feinem Schalk; dann ein zu Herzen gehendes Liebeslied „I never knew“ von Ted Fio Rito und die beiden innigen abendlichen Hymnen „Abide with me“ (Bleibe bei mir!) von William Henry Monk und das kurze „When evening’s twilight“ (Wenn die Abenddämmerung) von John Liptrot Hatton. Eine Zugabe kann sich das Publikum noch erklatschen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Wolfgang Nußbaumer</em></p>
<p>(06.08.2023) &nbsp; &nbsp;</p>
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		<title>Für VOCES8 ist der Klang alles</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/fuer-voces8-ist-der-klang-alles-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-uss]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Jul 2023 08:20:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv Musik]]></category>
		<category><![CDATA[EKM]]></category>
		<category><![CDATA[Münster]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkreis]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkultur]]></category>
		<category><![CDATA[VOCES8]]></category>
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					<description><![CDATA[[caption id="attachment_2866" align="alignnone" width=""]<img class=" size-full wp-image-2866" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2023/07/8d2d352177553035380c8d89065116aa.jpg" alt="Foto: Hientzsch" class="caption" title="Das Klangerlebnis im barocken Kirchenraum." width="1282" height="567" />Das Klangerlebnis im barocken Kirchenraum.[/caption]<p>„VOCES8“, das Klangereignis von der Insel in der Marienwallfahrtskirche Unterkochen.: drei Frauen, fünf Männer - im Ein-Klang selbst in der vertracktesten Polyphonie.&#160;</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp; &nbsp;Der Gottesmutter erweisen die Briten denn auch mit Sergei Rachmaninovs „Ave Maria“ mit kirchenslawischem Text und dem „Magnificat primi toni“ von Palestrina ihre Reverenz &#8211; beides wunderbar klangschöne Kompositionen.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Ohnehin ist für das Ensemble der Klang alles. Das wird schon bei dem für dieses Konzert programmatischen Auftakt mit „Sing joyfully“ (Singet fröhlich) des frühbarocken Komponisten William Byrd deutlich. Harmonischer Balsam für die Ohren. Zwar können diese Vokalisten auch Disharmonien par excellence; doch zu Beginn will man ja niemand verschrecken. Angst vor kakophonischen Attacken hatte sowieso niemand. Denn diese stehen nicht auf der Agenda der smarten Briten, die zu Beginn „500 Jahre Chormusik“ versprechen. Und das „an einem Abend“.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Den zeitlichen Ablauf dieser fünf Jahrhunderte mischen sie jedoch gehörig durch. Mitte des 20. Jahrhunderts hat Benjamin Britten zur Krönung von Elisabeth II. seine Oper „Gloriana“ geschrieben. Daraus interpretiert das Ensemble sechs ganz unterschiedliche „Choral Dances“. Sie geben den Mitgliedern Gelegenheit, sich in verschiedenen Formationen vorzustellen. Aus der Einstimmigkeit entwickelt sich im ersten Stück strahlende Polyphonie. Irgendeine und irgendeiner darf immer strahlen, ohne jedoch die andern in den Schatten zu stellen. Zwei Tenöre turteln mit zwei Sopranen, ein Männerquartett gibt kernig Bauern und Fischern das Wort.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Von welchen Arrangements soll man noch zusammen mit dem applausfreudigen Publikum schwärmen.&nbsp;Von „Straighten up and fly right“ (Nat ‚King‘ Cole) oder dem herrlich swingenden “Cheek to Cheek” (Irving Berlin), beide von Jim Clements dem Ensemble quasi auf die Stimmbänder arrangiert..&nbsp;Noch so eine frühbarocke Melodie, die einen wundersam berührt: Thomas Weelkes Madrigal “As Vesta was from Latmos hill descending“ (Als Vesta den Hügel von Latmos herabstieg). Sie versichern dann noch wenig glaubhaft &#8222;I won&#8217;t dance&#8220; (Ich werde nicht tanzen&#8220; von Jerome Kern. Und Fans von Van Morrison können sicher auch mit der episch federnden Interpretation seines &#8222;Moondance&#8220; gut leben.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Ein inniges, schlichtes deutsches Kirchenlied beendet als Reverenz an die deutschen Gastgeber das Konzert: „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Zufrieden nicht nur mit dem Konzert zeigt sich auch der Leiter des Gmünder Kulturbüros, Ralph Häcker. Mit dem Auftritt von VOCES8 hat er seine letzten &#8222;Außenstände&#8220; abgearbeitet. Wegen Corona hatte das Ensemble 2020 nicht auftreten können.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Wolfgang Nußbaumer</em></p>
<p>(18.07.2023) &nbsp;</p>
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		<title>Liebe Licht und Himmel &#8211; einfach paradiesisch</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/liebe-licht-und-himmel-einfach-paradiesisch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-uss]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 May 2023 10:44:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Basilika]]></category>
		<category><![CDATA[John Rutter]]></category>
		<category><![CDATA[Kantor Benedikt Nuding]]></category>
		<category><![CDATA[Mirjam Scheider]]></category>
		<category><![CDATA[Oratorienchor Ellwangen]]></category>
		<category><![CDATA[Tabea Schmidt]]></category>
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					<description><![CDATA[[caption id="attachment_2836" align="alignnone" width=""]<img class=" size-full wp-image-2836" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2023/05/fce01341774186a17457104171b805ae.jpg" alt="Fotos: -uss" class="caption" title="Klang im Raum mit dem von Mirjam Scheider geleiteten Oratorienchor und der Sopranistin Tabea Schmidt." width="1024" height="638" />Klang im Raum mit dem von Mirjam Scheider geleiteten Oratorienchor und der Sopranistin Tabea Schmidt.[/caption]<p>Ein wenig kalt war es schon „in paradisum“. „Love, Light &#38; Heaven“ hat der Oratorienchor Ellwangen Samstagabend mit englischen Komponisten ausnahmsweise in der Basilika gefeiert, weil die Orgel bei diesem Konzert eine gewichtige Rolle spielt. Ihre Manuale und Pedale bedient Kantor Benedikt Nuding.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp; &nbsp;Warum der Orachor nicht wie gewohnt in der Stadtkirche nebenan auftritt, mag sich die eine oder der andere gefragt haben. Die Antwort ist einfach. Die Leiterin des Gesangsensembles, Mirjam Scheider, und der Organist sind sich freundschaftlich verbunden. Diese private Verbindung passt gut zu den Stücken von der Insel. In ihnen wird jedoch vor allem die Beziehung zwischen Gott und den Menschen besungen.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Zwar sind die Komponisten bis auf John Ellerton, mit dessen Kirchenlied „The day thou gavest“ das Konzert endet, alle im 20. Jahrhundert geboren oder gestorben. Dennoch ist neue Musik, die traditionelle Hörgewohnheiten eher schmerzt, an diesem Abend für die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer außen vor geblieben. Liebe, Licht und Himmel werden mit harmonischem Wohlklang nahegebracht. Nur Benedikt Nuding darf sich bei seinen kühnen Improvisationen etwas freier in den Klangräumen tummeln.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Schon das erste Stück des 1945 geborenen Robert Jones zeigt an, wo die musikalische Reise hingehen wird. Sein „Laudate Dominum“ ist Harmoniegesang par excellence. Nach dem Chor, der auf der Treppe hinauf zum Altar Aufstellung genommen hat, erklingt hoch oben von der Orgelempore Tabea Schmidts feiner Sopran mit Charles Villiers Stanfords „A Song of Peace“. Ein Solo für den Frieden. Enorm, was sie bei diesem Konzert leistet. Nicht nur solistisch, sondern auch an Wegstrecke. Mal singt sie oben, mal unten beim Chor. Außer Atem ist sie nie gekommen. Immerhin sorgen drei Lesungen für Verschnaufpausen.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class=" size-full wp-image-2837" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2023/05/Ora3.JPG" alt="Ora3.JPG" width="1024" height="629" srcset="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2023/05/Ora3.JPG 1024w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2023/05/Ora3-300x184.jpg 300w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2023/05/Ora3-768x472.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p>Glückliche Verbindung. Mirjam Scheider bedankt sich herzlich bei Tabea Schmidt, beklatscht vom Chor und beobachtet von Benedikt Nuding.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;„Make a joyful noise unto the Lord“ des 2015 gestorbenen Christopher Tambling nimmt der große Chor unter der wie immer mit leichter Hand lenkenden Mirjam Scheider wörtlich. So beschwingt geht es indes nicht weiter. „Love divine, all loves excelling“ hat Robert Jones mit inniger Haltung und von tiefem Glauben getragen komponiert &#8211; adäquat interpretiert von Chor und Sopranistin.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;In John Irelands „Greater love hath no man“ kann der Chor zeigen, über welche dynamische Wucht er verfügt. In John Rutters „Pie Jesu“ bewährt er sich im Wechselspiel mit Tabea Schmidt, ebenso in „And I saw a new heaven“ des 1952 geborenen Malcolm Archer.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Polyphonie vom Feinsten hat John Rutter mit „The Lord bless you and keep you” zu Papier gebracht. Und die Dirigentin hat sich einen sinnfälligen Schluss einfallen lassen. Weil es sich bei Ellertons „The day you gavest“ um ein Kirchenlied handelt, haben die Chormitglieder an verschiedenen Stellen in der Basilika Aufstellung genommen. Sehr herzlicher, lang andauernder Beifall!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Wolfgang Nußbaumer</em></p>
<p>(08.05.2023) &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;</p>
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		<title>Mit viel Gebläse nach New York</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/mit-viel-geblaese-nach-new-york/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-uss]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Feb 2023 12:41:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv Musik]]></category>
		<category><![CDATA["Kardinion Brass"]]></category>
		<category><![CDATA[Accelerando]]></category>
		<category><![CDATA[Bläser]]></category>
		<category><![CDATA[Moritz von Woellwarth]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkreis]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Schloss Kapfenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Sinatra]]></category>
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					<description><![CDATA[[caption id="attachment_2787" align="alignnone" width=""]<img class=" size-full wp-image-2787" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2023/02/095b50b2d3b74bb51d90d91753a1f697.jpg" alt="Foto: -uss" class="caption" title="Bei "Kardinion Brass" glänzen Blech und Interpretation." width="1280" height="709" />Bei [/caption]<p>Der Begriff des „strahlenden Bläserglanzes“ mag zwar abgenützt sein, auf das Quintett „Karidion Brass“ trifft er ohne Abstriche zu.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp; &nbsp;Die fünf Musiker haben in der Accelerando-Reihe auf Schloss Kapfenburg vor allem Kompositionen aus dem 20. Jahrhundert zum Funkeln gebracht.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;„Einen abwechslungsreichen Abend“ hatte zu Beginn Akademiedirektor Moritz von Woellwarth den rund 150 Zuhörerinnen und Zuhörern versprochen.&nbsp;&nbsp;Er hatte nicht zu viel versprochen. Mit der „Dardanus Suite“ des barocken Komponisten Jean-Philippe Rameau hat das Quintett sein Programm eröffnet. Harmonischer Wohlklang im D-Zug-Tempo.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Die beiden Trompeter Tobias Krieger und Johann Prinz, der Hornist Mathias Stelzer, Vincent Warratz auf der Posaune und Paul Schrank mit der mächtigen Tuba lieben die flotte Gangart. Auf der musikalischen Reise von Paris nach New York legen sie nur kurze Verschnaufpausen ein.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Mit Kurt Weills in der französischen Hauptstadt entstandenem fünfsätzigem „Chansons des Quais“ hält moderne Tonsprache Einzug. Darunter ein Marsch mit französischem Charme, ein Tango mit Pariser Provenienz und eine Tanzszene mit einem Hauch „Dreigroschenoper“. Zu Letzterer passt der „Killer Tango“ des slowakischen Komponisten Sonny Kompanek, obwohl der so gar nichts Mörderisches an sich hat.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Geistvoll drunter und drüber geht es in „Ricochet“ von Kerry Turner. Der texanische Hornist von Weltruf lässt in seinem kompositorischen Duktus höchst vergnüglich das „Blaulicht“ die „Neue Welt“ umgarnen.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;„Eine eindrucksvolle Zirkusvorstellung“ kündigt der das Programm moderierende Mathias Stelzer mit dem „Brass Quintet No. 1 Circus“ des ebenfalls in Texas geborenen Musikprofessors Clint Needham an. Clowns treten auf und ein Schlangenmensch; dieser vollendet klangmalerisch im lyrischen Sound gestopfter Instrumente.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Mit Bart Howards Klassiker „Fly me to the moon“ und „New York, New York”, die beide durch Frank Sinatras Interpretation zu Ohrwürmern gemacht worden sind, verabschieden sich die fünf Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe. Ohne zwei Zugaben lässt sie das Publikum nicht von der Bühne. „Die Kaiserbluesette“ des österreichischen Trompetenvirtuosen Thomas Gansch haben sie bei der Weltausstellung in Dubai 24-mal gespielt, verrät Mathias Stelzer. Kann man gut verstehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Wolfgang Nußbaumer</em> &nbsp; &nbsp; &nbsp;</p>
<p>(24.02.23) &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;</p>
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			</item>
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		<title>Im Bann vielfältiger Klänge</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/im-bann-paradiesischer-klaenge/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-uss]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Oct 2022 07:32:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Duruflé]]></category>
		<category><![CDATA[Ensemble musica viva]]></category>
		<category><![CDATA[Mirjam Scheider]]></category>
		<category><![CDATA[Oratorienchor Ellwangen]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkreis]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Poulenc]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtkirche Ellwangen]]></category>
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					<description><![CDATA[[caption id="attachment_2682" align="alignnone" width=""]<img class=" size-full wp-image-2682" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2022/10/405e59180030ae66e24f222c655b3e31.jpg" alt="Fotos: -uss" class="caption" title="Mirjam Scheider hat mit ihrem Oratorienchor bei der Programmauswahl viel Mut bewiesen. Der reiche Beifall war hochverdient." width="1280" height="676" />Mirjam Scheider hat mit ihrem Oratorienchor bei der Programmauswahl viel Mut bewiesen. Der reiche Beifall war hochverdient.[/caption]<p>„In Paradisum“ hat die Leiterin des Oratorienchors Ellwangen, Mirjam Scheider, das religiös geprägte Programm des Konzertes in der barocken Stadtkirche überschrieben. Mut zum Kontrast mit Bach, Poulenc und Duruflé.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp; &nbsp;Im Paradies heißt für die Dirigentin nicht paradiesische Klänge. In ihrem Garten Eden wachsen auch Kakteen. Damit die Blumen umso besser erblühen. Als Gärtner hat sie sich der Dienste des britischen Orgelprofessors Andrew Dewar versichert, bei dem der Auftakt mit Johann Sebastian Bachs Fantasia und Fuge g-Moll in besten Händen und Füßen liegt.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Also hervorragend eingestimmt, muss das Publikum gleich den ersten Kontrast schlucken. Das Andante des Konzerts g-Moll für Orgel, Streicher und Pauken wandelt noch auf Bachs Spuren; doch dann geht es drunter und drüber. Oben der Organist, unten das bewährte Ensemble musica viva mit dem Paukisten. Trotz der Distanz stimmt die dynamische Balance, befinden sich Oben und Unten im perfekten Dialog. Süßer Streicherklang trifft auf dissonanten Orchesterhammer, weihevolle Stimmung auf forcierte Forteattacke. Der Kontrast sorgt für Spannung.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Gleiches gilt für das Hauptwerk des Abends, Maurice Duruflés „Requiem, op. 9“. Eine ausgefeilte, melodisch und klanglich vielfarbige Komposition mit diversen rhythmischen Hürden. Mirjam Scheider hat sich unter den drei Fassungen des Komponisten für die zweite mit Streichorchester, drei Trompeten, Orgel und Pauken entschieden, die dem Chor genügend Luft zur Entfaltung lässt.</p>
<p><img decoding="async" class=" size-full wp-image-2683" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2022/10/OraSolistin.JPG" alt="OraSolistin.JPG" width="1024" height="683" srcset="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2022/10/OraSolistin.JPG 1024w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2022/10/OraSolistin-300x200.jpg 300w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2022/10/OraSolistin-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Eigentlich sind es drei Chöre. Zwischen den Sopranen und den Altstimmen sind die Männer platziert. Sie beginnen im Zusammenspiel mit der Orgel die neun Sätze mit dem bewusst an einen gregorianischen Choral erinnernden „Requiem aeternam“. Die Soprane antworten, dann die Altstimmen. Schon in diesem Miteinander wird hörbar, dass die Männerstimmen des Oratorienchors Verstärkung brauchen. Der dritte Satz „Domine Jesu Christe“ entfaltet seine Dramatik wieder aus dem Kontrast von Piano und Fortissimo, von Trauer, Hoffnung und Glaubensgewissheit.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Mit ihrem zurückhaltenden, sanften Dirigierstil hält Mirjam Scheider die Fäden dennoch fest in der Hand. Wenn’s sein muss, kann sie den Taktstock allerdings auch wie einen schweren Säbel führen, um wie im 8. Satz „Libera me“ das Fortissimo vehement auszureizen. Wieder so ein Kontrast zum von Andrew Dewar an der Orgel sorgfältig umrahmten Unisono des „Requiem aeternam“ im 7. Satz und dem ergreifend innigen Schluss des „Agnus Dei“.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Ganz zart beginnen die Soprane zur Orgelbegleitung den 9. Satz. „In Paradisum“ ist kein strahlendes Finale, sondern ein gläubig ruhig verklingendes Amen.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Bevor wir das Publikum dankbar applaudieren lassen, verdienen die Mezzosopranistin Lena Sutor-Wernich mit ihrer eindringlich glaubensvollen und mühelos tragenden „Pie Jesu“-Arie und der Bariton Daniel Raschinsky für seine lyrisch stimmigen Einsätze hohe Anerkennung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Wolfgang Nußbaumer&nbsp;</em>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>
<p>(25.10.22)</p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Das war so herzerfrischend“</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/das-war-so-herzerfrischend/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-uss]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Oct 2022 12:07:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Begegnungen]]></category>
		<category><![CDATA[Laura Braun]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkreis]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Runzhe Li]]></category>
		<category><![CDATA[Schloss Kapfenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Theresa Schopper]]></category>
		<category><![CDATA[Trude Eipperle-Rieger-Preis]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostalbpresse.de/das-war-so-herzerfrischend/</guid>

					<description><![CDATA[[caption id="attachment_2674" align="alignnone" width=""]<img class=" size-full wp-image-2674" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2022/10/35d242426c151ea294ba310c5a17ad23.jpg" alt="Foto: Schloss Kapfenburg" class="caption" title="Laura Braun, Runzhe Li und die sie begleitende Pianistin Mar Compte werden flankiert von Bruno Seitz, Dr. Hansjörg Rieger, Moritz von Woellwarth, Theresa Schopper und Dr. Joachim Bläse. " width="1280" height="853" />Laura Braun, Runzhe Li und die sie begleitende Pianistin Mar Compte werden flankiert von Bruno Seitz, Dr. Hansjörg Rieger, Moritz von Woellwarth, Theresa Schopper und Dr. Joachim Bläse. [/caption]<p>Mühelos hoch hinauf mit einer ganz großen Stimme strebt die junge Sopranistin Laura Braun im Konzertsaal von Schloss Kapfenburg. Damit gibt sie die Richtung des Abends vor.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp; &nbsp;Sie wird bei den „Begegnungen“ zusammen mit dem chinesischen Tenor Runzhe Li mit dem nach der großen Sängerin Trude Eipperle Rieger benannten Preis ausgezeichnet.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;„Fulminant“ nennt Landrat Dr. Joachim Bläse als Vorsitzender der Kapfenburgstiftung das, was in der Internationalen Musikakademie geleistet wird. Mit Blick auf den Akademiedirektor Moritz von Woellwarth stellt er fest, man finde hier immer die richtigen Angebote.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Das gilt auch für diesen Abend. Die Sängerin und der Sänger dürfen sich über das schon von Bläse verwendete Prädikat aus dem Munde von Kultusministerin Theresa Schopper freuen. „Dieser Preis ist ein großes Sprungbrett für eine internationale Karriere“, meint sie. Schopper erinnert an die Stifterin des Preises, die große Sängerin Trude Eipperle Rieger, die als Gattin von RUD-Geschäftsführer Ernst Rieger bis zu ihrem Tod im Oktober 1997, also vor 25 Jahren, in Unterkochen gelebt hat. Die Förderung des gesanglichen Nachwuchses war ihr ein Herzensanliegen.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;So findet die Ministerin direkt zum Hauptzweck von Schloss Kapfenburg. „Musik ist gerade auch für junge Menschen von unglaublicher Wichtigkeit“, stellt sie mit Nachdruck fest. „Singen macht glücklich!“ Singen und Musizieren seien darüber hinaus nicht nur identitätsstiftend, sondern mit ihren unterschiedlichen Herausforderungen auch wesentlich für die geistige Entwicklung. Neue Erfahrungen, Erkenntnisse und Impulse würden hier im Schloss vermittelt.</p>
<p><img decoding="async" class=" size-full wp-image-2675" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2022/10/2022-10-13_Begegnungen_auf_Schloss_Kapfenburg_Copyright_Schloss_Kapfenburg_18.JPG" alt="2022-10-13_Begegnungen_auf_Schloss_Kapfenburg_Copyright_Schloss_Kapfenburg_18.JPG" width="1280" height="1071" srcset="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2022/10/2022-10-13_Begegnungen_auf_Schloss_Kapfenburg_Copyright_Schloss_Kapfenburg_18.JPG 1280w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2022/10/2022-10-13_Begegnungen_auf_Schloss_Kapfenburg_Copyright_Schloss_Kapfenburg_18-300x251.jpg 300w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2022/10/2022-10-13_Begegnungen_auf_Schloss_Kapfenburg_Copyright_Schloss_Kapfenburg_18-1024x857.jpg 1024w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2022/10/2022-10-13_Begegnungen_auf_Schloss_Kapfenburg_Copyright_Schloss_Kapfenburg_18-768x643.jpg 768w" sizes="(max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /></p>
<p>Theresa Schopper hält ihre Festrede neben dem Porträt der großen Sängerin Trude Eipperle Rieger.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Allerdings, so gibt Schopper zu bedenken, müsse man bis zum Erfolg viel Geduld und Energie aufwenden. Im Blick auf Baden-Württemberg weist sie auf dessen großen Reichtum an kulturellen Stiftungen hin. Von staatlicher Seite sei kulturelle Bildung in allen Bildungsplänen fest verankert. Mehr noch. In der Monopolregion Stuttgart wird ein Projekt mit einem „Kulturpass“ gestartet. Mit ihm können Schülerinnen und Schüler im Schuljahr vier Veranstaltungen umsonst besuchen. Nicht zu vergessen, dass Musik an Grundschulen als eigenes Fach unterrichtet werde. Die Kultusministerin räumt allerdings ein, dass es nicht einfach sei, Fachlehrerinnen und -lehrer zu rekrutieren. Vor allem an den beruflichen Gymnasien sieht die Situation nach ihren Worten düster aus. Um die musische Erziehung dennoch zu garantieren, arbeite man mit außerschulischen Anbietern zusammen. Mit offensichtlichem Erfolg, gibt sie mit dem Hinweis auf das hervorragende Abschneiden von Teilnehmern aus dem Land beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ zu verstehen. Das ist indes in erster Linie ein Verdienst der Musikschulen.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Dass beide auch Oper können, zeigen Laura Braun und Runzhe Li in dem Duett „Limbiamo, ne ‘ lieti calici“ aus „La Traviata“ von Giuseppe Verdi. Zuvor schon hatten der lyrische Tenor mit „Nacht und Träume“ von Franz Schubert und „Abschied“ von Hugo Wolf, sowie die sängerische Königin des Abends mit „Wer rief dich denn“ und „Ich hab‘ in Penna einen Liebsten wohnen“ aus dem italienischen Liederbuch von Hugo Wolf bewiesen, dass sie auch im schwierigen Liedfach zuhause sind. Zugleich haben sie damit der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie Stuttgart ihre Reverenz erwiesen, die mit ihrer Auswahl der beiden Preisträger ins Schwarze getroffen hat.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;In seiner Laudatio zur Preisverleihung, bei der er die Vita von Braun und Li schildert, hat Akademiedirektor Moritz von Woellwarth zum Todestag von Trude Eipperle Rieger an deren Verdienste erinnert, sich bei der Familie für deren andauernde Unterstützung bedankt und versprochen: „Wir geben nicht auf, egal wer uns eventuell mal den Hahn zudrehen will“.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Bevor die „Begegnungen“ bei Speis und Trank im Fruchtkasten ganz persönlich werden, zieht Landesmusikdirektor Bruno Seitz noch sein Fazit des Abends: „Das war so herzerfrischend!“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Wolfgang Nußbaumer &nbsp; </em></p>
<p><em>(15.10. 22) &nbsp; &nbsp;</em></p>
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		<title>Keine Spur von altersgrau</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/keine-spur-von-altersgrau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-uss]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Apr 2022 17:25:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Jan Garbarek]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkreis]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Rainer Brüninghaus]]></category>
		<category><![CDATA[Saxophon]]></category>
		<category><![CDATA[Theaterhaus Jazztage]]></category>
		<category><![CDATA[Trilok Gurtu]]></category>
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					<description><![CDATA[[caption id="attachment_2517" align="alignnone" width=""]<img class=" size-full wp-image-2517" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2022/04/2b3803cda6afb35055d78daf226575a8.jpg" alt="Foto: -uss" class="caption" title="Weltmusik mit nordischem Akzent: (v.l.) Yuri Daniel, Jan Garbarek und Trilok Gurtu. " width="1024" height="683" />Weltmusik mit nordischem Akzent: (v.l.) Yuri Daniel, Jan Garbarek und Trilok Gurtu. [/caption]<p>Der schlanke Mann ist 71 und trommelt flink wie ein Wiesel. Neben der norwegischen Jazzikone Jan Garbarek hat der Inder Trilok Gurtu das Konzert vor ausverkauftem Haus bei den 33. Theaterhaus Jazztagen in Stuttgart fingerfertig befeuert.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp; &nbsp; Die Band, bei der Altmeister Rainer Brüninghaus nach wie vor an den Tasten sitzt und der brasilianische E-Bassist Yuri Daniel mit seinem federnden, melodiösen Spiel eine mehr als solide Basis bildet, macht eher Weltmusik als genuinen Jazz. Garbarek, der im März 75 Jahre alt geworden ist, „singt“ mit souveräner Bravour auf Tenor-, Sopransaxophon und Flöte seine nordisch grundierten Lieder. Mit Sphärenklängen vom Keyboard, in die das Tenorsaxophon mit hauchigen Phrasen einstimmt, beginnt der Abend. Bis plötzlich ein Vulkan ausbricht. Zuvor hat es schon in Gurtus Percussionküche gebrodelt. Später nimmt er auf einem Klanghocker Platz und lässt Finger und Zunge in einem Wahnsinnstempo wirbeln und scatten. Zurück in seinem Schlagwerkstudio widmet sich Gurtu wieder intensiv seinem Tabla-Set.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Das Strickmuster der langen Kompositionen besteht aus dem Gegensatz von laut und leise, von langsam und schnell, oft im fliegenden Wechsel. Garbarek bläst auf seinen Saxophonen lyrische Kantilenen, die sich unter heftiger Beschleunigung in disharmonischen Katarakten auflösen. Er schafft so einen Kontrapunkt zu Yuri Daniels ausgefeiltem melodisch-rhythmischem Solo.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Wie bei ihm ziehen sich auch beim Soloauftritt von Rainer Brüninghaus am Flügel die Kollegen zurück. Der Pianist kann Boogie in tiefschwarze atonale Abgründe stürzen. Wie der Weltmusiker Garbarek auch für einen Moment kantigen Bebop aufblitzen lässt. Mehr Jazz gibt’s allerdings nicht. Dafür ein atemberaubendes Solo von Trilok Gurtu, in dessen Verlauf er virtuos alles bedient, was ihm an Trommeln, Becken und Effektinstrumenten zur Verfügung steht. Ein Wahnsinnstrip zwischen Rock und der Zwiesprache mit Vogelgezwitscher im Dschungel. Dann wird auch klar, was der grüne Eimer in seiner Ausrüstung soll. Er ist mit Wasser gefüllt, in das er ein Becken taucht. Noch ein ganz spezieller, spiritueller Klangeffekt, den er verschmitzt lächelnd mit einem „Amen“ beschließt. Dann geht die Post in einem Duett, besser Duell, mit dem Querflöte spielenden Garbarek wieder ab.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Die Vier haben sichtlich einen Riesenspaß, dass sie wieder vor großem &#8211; und trotz Freigabe &#8211; maskiertem Publikum auftreten dürfen. Darum hatte zu Beginn Theaterhauschef Werner Schretzmeier gebeten. Und bei der Gelegenheit an den Start der Jazztage vor über drei Jahrzehnten in Stuttgart-Wangen erinnert. Viele der Konzertgäste scheinen damals schon dabei gewesen zu sein. Inzwischen sind sie alle zusammen ergraut. Wie Jan Garbarek. Die Musik indes ist keine Spur von grau, sondern taufrisch wie eh und je.&nbsp;</p>
<p><em>Wolfgang Nußbaumer</em></p>
<p><em>(12.04.22)</em></p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>
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		<title>Händel, Hänsel und Hahnenkampf</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/saxofon-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-us]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Mar 2018 06:58:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Schloss Kapfenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Tübinger Saxofon-Ensemble]]></category>
		<category><![CDATA[Werkstattkonzert]]></category>
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					<description><![CDATA[<img class=" size-full wp-image-1564" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/03/eeca348660096e711cd17c1f61fb2519.jpg" alt="" width="2000" height="799" /><div>Schloss man kurz die Augen im F&#252;rstensaal ganz oben im Eckturm von Schloss Kapfenburg, glaubte man, einem klassischen Orchester mit Streichern zu lauschen.</div>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div>&nbsp; &nbsp;&Ouml;ffnete man die Lider, erblickte man ein Ensemble aus 16 Saxofonen und zwei Percussionisten.&nbsp;Der mit sch&ouml;ner Stuckdecke ausgestattete Saal bot das passende Ambiente f&uuml;r das neue Konzertprogramm des T&uuml;binger Saxofon-Ensembles unter Leitung seines Dirigenten Harry D. Bath. Dieses hat sich zur Aufgabe gemacht, das 1840 von Adolphe Sax entwickelte Instrument so klingen zu lassen wie zu seinen Anf&auml;ngen als Orchesterinstrument, das ein Streichorchester nachbildet. Vergessen war im Schloss alsbald die Karriere des Instruments in der Milit&auml;rmusik und im Jazz.</div>
<div>&nbsp; &nbsp;Drei Tage lang hatten die jungen Musiker mit ein paar wenigen Quotenfrauen das neue Programm auf der Kapfenburg einstudiert und begeisterten damit ihr gro&szlig;es Matinee-Publikum. Bereits eine halbe Stunde vor Beginn waren alle Pl&auml;tze besetzt. Weitere Stuhlreihen wurden aufgebaut. Keiner musste stehen.</div>
<div>&nbsp; &nbsp;Ein witziges St&uuml;ck von Michail Iwanowitsch Glinka er&ouml;ffnete den Reigen. Die Ouvert&uuml;re zur Oper &bdquo;Russlan und Ludmilla&ldquo; zeigte mit schnellen L&auml;ufen und rasenden Tempi die Balz und die Revierk&auml;mpfe von drei M&auml;nnern um eine Frau.</div>
<div>&nbsp; &nbsp;Dann folgten alle geistigen Augen einer verf&uuml;hrerisch sch&ouml;nen Italienerin. Die Blicke der M&auml;nner in Algier wurden wie gebannt magisch angezogen. Die erotische Spannung pulsierte greifbar durch den Raum. In Rossinis Ouvert&uuml;re zur Oper &bdquo;Die Italienerin in Algier&ldquo; wandelte die grazile Sch&ouml;nheit h&ouml;rbar durch die Gassen.</div>
<div>&nbsp; &nbsp;Ruhigere T&ouml;ne rauschten mit H&auml;ndels Wassermusik in die Ohren. Die bekannte Titelmusik und Ausschm&uuml;ckungen f&uuml;hrten in die Welt der Barockmusik.</div>
<div>&nbsp; &nbsp;Als Zugabe hatte das Ensemble das Abendlied aus Humperdincks Oper &bdquo;H&auml;nsel und Gretel&ldquo; vorbereitet. Die Turmuhr schlug, die Glocken erklangen und wiegten die Zuh&ouml;rer in eine stimmungsvolle Ruhe, die sie vielleicht vermisst hatten nach der kurzen Nacht mit der Zeitumstellung auf die Sommerzeit.</div>
<div>&nbsp;</div>
<div><em>Helga Widmaier</em></div>
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		<title>Mitreißend schön</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/mitreissend-schoen-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-us]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Mar 2018 10:08:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv Musik]]></category>
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					<description><![CDATA[<img class=" size-full wp-image-1519" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/03/bf1e20a4462b71e3cc4cece2a8c96ac8.jpg" alt="" width="1024" height="683" /><div>Mitrei&#223;end sch&#246;n hat das Coelner Barockorchester in die Klangwelt des 17. und 18. Jahrhunderts entf&#252;hrt.</div>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div>&nbsp; &nbsp;Der 31. Gschwender Musikwinter pr&auml;sentierte sein 3. Klassikkonzert in der trauten Atmosph&auml;re der Evangelischen Kirche.&nbsp;Das auf alte Musik spezialisierte Orchester stellte den herausragenden Komponisten des italienischen Barock in den Mittelpunkt seines Programms, Antonio Vivaldi. Mit &bdquo;La tempesta di mare&ldquo; erreichten die K&ouml;lner den H&ouml;hepunkt des Abends. St&uuml;rmische Wellen, brausende Winde, ein Gewittersturm mit Blitz und Donner lie&szlig;en die Streicher und die halsbrecherischen Auf- und Abw&auml;rtsbewegungen der Blockfl&ouml;te &uuml;ber den gesch&uuml;tzten Kirchenraum hereinbrechen. Keineswegs be&auml;ngstigend, eher kraftvoll spritzig im Allegro beruhigte sich der Sturm im Largo, um dann wieder erneut Fahrt aufzunehmen im Presto.</div>
<div>&nbsp; &nbsp;Im Wechsel mit Vivaldis Konzerten stand Georg Philipp Telemann auf dem Programm. Sein D-Dur-Concerto mit den vier S&auml;tzen Andante, Vivace, Largo und Allegro brachte die Traversfl&ouml;te ins Ensemble. Ihr samtweicher Sound spazierte virtuos &uuml;ber den Klangteppich, den die Streicher, die Laute und das Cembalo ausgelegt hatten.</div>
<div>&nbsp; &nbsp;In kleiner Besetzung mit Cembalo (Natalia Spehl), Cello (Candela G&oacute;mez Bonet), Violine ( Justyna Skatulnik) und Laute (Klaus Mader) wurde Vivaldis C-Dur Trio Interpretiert. Das ist eines von Vivaldis drei St&uuml;cken, in denen er die Laute ins Zentrum r&uuml;ckt. Im abschlie&szlig;enden Allegro jubelt dann wieder die Geige.</div>
<div>&nbsp; &nbsp;In Telemanns Triosonate a-Moll interpretieren Yves Ytier, Geige, Soshi Nishimura, Kontrabass, neben Cembalo und Laute die S&auml;tze Largo, Vivace, Affetuoso und Allegro. Hinzu kommt die Blockfl&ouml;te von Daniel Rothert.</div>
<div>&nbsp; &nbsp;Zwei weniger bekannte Komponisten hatte das Barockorchester ins Programm aufgenommen. Den Beginn markierte die Sinfonia zur Oper &bdquo;Pallade et Marie&ldquo; einer venezianischen Komponistin. Von ihr, Maria Margaritha Grimani, wei&szlig; man nur, dass&nbsp; sie im 18. Jahrhundert gelebt hat. Ihre Oper allerdings wurde in Wien uraufgef&uuml;hrt. Damit kam in der Musikstadt Wien erstmals das Werk einer Komponistin zur Auff&uuml;hrung.&nbsp;</div>
<div>&nbsp; &nbsp;Mit Carl Rosier w&uuml;rdigten die K&ouml;lner ihren Landsmann. Seine Sonata verlangt eigentlich einen Trompeter neben den Streichern. Doch Trompete erschien dem Barockorchester dann doch etwas zu fremd im Klangk&ouml;rper. So ersetzten sie die Trompete mit der Fl&ouml;te.&nbsp; Die Canzona und die Sarabande dominierte die Piccolofl&ouml;te, den ruhigeren Tanz Allemande die Blockfl&ouml;te. Rosier (1640 -1725) &uuml;brigens hatte in seiner Zeit ebenfalls ein Barockorchester gegr&uuml;ndet.</div>
<div>&nbsp; &nbsp;Das spielfreudige Ensemble mit Daniel Lind an der Viola bedankte sich beim begeistert applaudieren Publikum nat&uuml;rlich mit einer kleinen Zugabe, nochmals kam die Piccolofl&ouml;te ins Spiel.</div>
<div>&nbsp;</div>
<div><em>Helga Widmaier</em></div>
<div>&nbsp;</div>
<div>&nbsp;</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Alles kreist um Maria</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/alles-kreist-um-maria/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-uss]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Aug 2017 11:49:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv Musik]]></category>
		<category><![CDATA[EKM]]></category>
		<category><![CDATA[Josquin Capella]]></category>
		<category><![CDATA[Musik der Renaissance]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ostalbpresse.de/alles-kreist-um-maria/</guid>

					<description><![CDATA[<img class=" size-full wp-image-1198" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2017/08/59d925d75340d64d31d5ce71bf6ceaf4.jpg" alt="Pressefoto EKM" width="1024" height="768" /><p>&#160;Mit dem letzten Nachtkonzert ist das Festival Europ&#228;ische Kirchenmusik in der barocken Augustinuskirche nochmals weit zur&#252;ck in Raum und &#160;Zeit gegangen.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>.Nachdem zwei Tage zuvor an gleicher Stelle das mit drei S&auml;ngerinnen und drei S&auml;ngern parit&auml;tisch besetzte junge &bdquo;Mixtet&ldquo; aus Estland mit seinen frischen Vokalst&uuml;cken ganz im Heute verortet gewesen war, lie&szlig;en die von Meinolf Br&uuml;ser geleiteten zwei S&auml;ngerinnen und f&uuml;nf S&auml;nger der &bdquo;Josquin Capella&ldquo; die Tradition der &bdquo;Cappella Sistina&ldquo; mit Musik aus dem 15. und 16. Jahrhundert wieder aufleben.</p>
<p>&nbsp;Vor dem Chorraum gruppiert sich das nach dem Sistina-Komponisten Josquin Desprez benannte Ensemble um eine Art Ambo. Durchaus sinnf&auml;llig. Denn sein von der Marienantiphon&nbsp; &bdquo;Ave Regina Caelorum&ldquo; bestimmtes Abendrepertoire hat wie das der einst in der Sixtinischen Kapelle zur h&ouml;heren Ehre der P&auml;pste singenden &bdquo;Capella Sistina&ldquo; Verk&uuml;ndigungscharakter. In wechselnder Besetzung bringt das Ensemble mit erlesener Diktion und makellos homogener Intonation die Motetten und Madrigale der Renaissance zum Klingen.</p>
<p>&nbsp;&nbsp; &nbsp;Vor 500 Jahren waren die alt- und neutestamentlichen Geschichten, mit denen Botticelli und Michelangelo mit weiteren Kollegen nach und nach die Kapelle im Auftrag verschiedener P&auml;pste ausgemalt haben, die stummen Zuh&ouml;rer. &nbsp;Um diese Tradition zu dokumentieren, werden via Beamer w&auml;hrend des gesamten Konzertes Bilder des &uuml;ppigen Erdens- und Himmelsgeschehens und von den S&auml;ngern in die Wand ihrer Empore in der Papstkapelle eingeritzte Namen auf einer gro&szlig;en Leinwand im Altarraum gezeigt.</p>
<p>&nbsp;&nbsp; &nbsp;Jetzt wissen wir zwar, dass die komponierenden Herren S&auml;nger (Frauen kamen in der Renaissance und vor allem im Vatikan &ndash; offiziell &#8211; nicht vor) damals schon eitel gewesen sind &ndash; der Konzentration auf die kunstvollen Motetten mit ihren kostbaren Harmoniefindungen hat die Foto-Schau eher geschadet. Das Licht konzentriert auf die S&auml;ngerinnen und S&auml;nger, mehr h&auml;tte es nicht gebraucht. Mit diesem Missgriff ist die dieser weihevollen Harmoniemusik innewohnende meditative Qualit&auml;t indes sabotiert worden. &nbsp;</p>
<p>&nbsp;&nbsp; Das haben weder diese tadellosen Vokalisten noch die Komponisten verdient (de Silva, Dufay, Genet, Desprez, Arcadelt, Festa und Palestrina als finales Betthupferl), deren polyphone Edelsteine die &bdquo;Josquin Capella&ldquo; zu einem spirituellen Leuchten gebracht hat.</p>
<p><em>Wolfgang Nu&szlig;baumer &nbsp; &nbsp;&nbsp;</em></p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>
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