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	<title>Aalen &#8211; ostalb.net</title>
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	<description>Kultur aus Ost-Württemberg</description>
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		<title>Grundsteuerklärung &#8211; ganz einfach?</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/grundsteuerklaerung-ganz-einfach/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-uss]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Sep 2022 13:20:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ostalbgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Grundsteuererklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Gutachterausschüsse]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkreis]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalbkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Prof. Dr. Baumann]]></category>
		<category><![CDATA[Stadthalle Ellwangen]]></category>
		<category><![CDATA[Steuerberater]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="media/k2/items/src/587746ff6320613e33bbe5dba0deac7f.jpg" alt="" /><p>Wohl dem, der ein kleines Grundstück sein eigen nennt. Sollte darauf noch ein Eigenheim stehen, schadet das nichts.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp; &nbsp;Mit dieser beruhigenden Erkenntnis sind sicher viele der Besucherinnen und Besucher einer Veranstaltung zur Grundsteuererklärung unlängst in der Ellwanger Stadthalle nach Hause gegangen.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Warum es zu dieser Aufklärung gekommen ist, hat das Bundesverfassungsgericht zu verantworten. Die obersten Richter hatten am 10. April 2018 in einem Urteil festgestellt, dass die Bewertung der Grundstücke für Zwecke der Grundsteuer verfassungswidrig ist. In den alten und den neuen Bundesländern seien die Einheitswerte zu unterschiedlich. An deren Stelle tritt nun der Grundsteuerwert. Wirksam wird die neue Berechnung erst am 1. Januar 2025. Die Betroffenen haben also noch etwas Zeit. Und noch eine gute Nachricht. Die Bürger sollen nicht mehr belastet werden. Abgeben muss die neue Erklärung nur, wer am 1. Januar 2022 Besitzer eines Grundstücks gewesen ist.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Eigentlich sollte sie zum 31. Oktober 2022 den Finanzämtern vorliegen. Und eigentlich sollte sie elektronisch über das System „Elster“ erfolgen. Doch die „Elster“ wollte zunächst nicht richtig fliegen. Deshalb darf man sich noch bis ins Frühjahr 2023 Zeit lassen, bevor das Finanzamt Verspätungszuschläge verlangt. Wer keine Möglichkeit zur elektronischen Abgabe hat, kann zum Papierformular greifen. Das muss er allerdings persönlich bei der Behörde abholen. Runterladen ist nicht möglich, wie die Steuerberaterin Julia Opferkuch von der Kanzlei Prof. Dr. Baumann + Partner mbB auf Nachfrage aus dem Publikum erklärt. Die Abgabe auf Papier sei ja nicht erwünscht.</p>
<p>&nbsp; <strong>&nbsp;Welche Informationen werden für die Erklärung benötigt?</strong></p>
<p>&nbsp; &nbsp;1.&nbsp;Aktenzeichen Einheitswert/FA; 2.&nbsp;Angaben zum Grundstückseigentümer&nbsp;(z.B. Name des Eigentümers, Anschrift, Steuernummer, Steueridentifikationsnummer&#8230;); 3. Eigentumsverhältnisse; 4. Lage des Grundstücks; 5. Gemarkung, Flur, Flur- und Flurstücksnummer; 6. Fläche des Grundstücks; 7. Bodenrichtwert Grund und Boden; 8. Nutzungsart des Grundstücks (Wohnen/Nichtwohnen).</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Die erforderlichen Informationen erhält man zum Beispiel durch das&nbsp;Informationsschreiben vom Finanzamt, in dem die Grundsteuererklärung angefordert wurde; durch den&nbsp;Kaufvertrag; durch den aktuellen Einheitswertbescheid oder durch den Grundbuchauszug.&nbsp;&nbsp;Der Grundbuchauszug kann online beim zuständigen Amtsgericht beantragt werden; z.B. für Grundstücke in Ellwangen ist das Amtsgericht Schwäbisch Gmünd zuständig.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Wer bei der angeblich ganz einfach auszufüllenden Erklärung an seine Grenzen gerät, kann zum Telefon greifen und bei Alfons Fischer in der Geschäftsstelle des Gemeinsamen Gutachterausschusses Nördlicher Ostalbkreis im Ellwanger Rathaus anrufen (Tel. 07961/84229). Weitere hilfreiche Infos erhält man im Internet auf&nbsp;<a href="http://www.gutachterausschuesse-bw.de/" target="_blank" rel="noopener">www.gutachterausschuesse-bw.de</a>; bei wem die Verhältnisse komplizierter liegen, sollte einen Steuerberater konsultieren.</p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Und nun starten wir zum Erklärungsflug mit „Mein Elster“. Viel Glück!</p>
<p><em>Wolfgang Nußbaumer&nbsp;</em></p>
<p>&nbsp;&nbsp;</p>
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		<title>Keiner traut der großen Cloud</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/keiner-traut-der-grossen-cloud-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-uss]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Oct 2018 09:33:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ostalbgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Karlitschek]]></category>
		<category><![CDATA[Prof. Hendrik Speck]]></category>
		<category><![CDATA[Reinhard von Koenig Preis für Technik und Fortschritt]]></category>
		<category><![CDATA[Schloss Fachsenfeld]]></category>
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					<description><![CDATA[[caption id="attachment_1902" align="alignnone" width=""]<img class=" size-full wp-image-1902" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/10/9f61d10d254b0dd13d20a8b04bc2ce8a.jpg" alt="(Fotos: -uss)" class="caption" title="Große Urkunden für große Verdienste: (v.l.) Frank Karlitschek, OB Thilo Rentschler, Hendrik Speck und der Vorsitzende des Freundeskreises der Stiftung Schloss Fachsenfeld, Ulrich Pfeifle." width="800" height="533" />Große Urkunden für große Verdienste: (v.l.) Frank Karlitschek, OB Thilo Rentschler, Hendrik Speck und der Vorsitzende des Freundeskreises der Stiftung Schloss Fachsenfeld, Ulrich Pfeifle.[/caption]<p>&#160;Hendrik Speck hat zwar nur den mit 5000 Euro dotierten F&#246;rderpreis erhalten. Dennoch war der an der Hochschule Kaiserslautern lehrende Professor bei der dritten Verleihung des Reinhard von Koenig Preises f&#252;r Technik und Fortschritt Freitagabend im Fachsenfelder Schloss der Star.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp; &nbsp; Ein Star, mit dem der Chef der NextCloud GmbH in Stuttgart, der Informatiker Frank Karlitschek, allerdings in einer Liga spielt. Dem bescheidenen Superhirn hat der Hauptpreis in H&ouml;he von 20.000 Euro fast die Sprache verschlagen.</p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der mit Witz und Eloquenz reich gesegnete Hendrik Speck hat eine Fitness- und Gesundheits-App entwickelt, die den Benutzer nicht verr&auml;t. &bdquo;n*soria&ldquo; hat keinen hei&szlig;en Draht zum &bdquo;Big Brother&ldquo;, dem Superspeicher im Silicon-Valley in Kalifornien.&nbsp;&nbsp;Die Amis erfahren also nichts von irgendjemandes Adipositas, noch von dessen Fettleber, Bluthochdruck oder Diabetes. Das ist sehr beruhigend. Der Patient bleibt zum Beispiel in der Datenkommunikation mit seinem Arzt oder der Versicherung Herr des Geschehens. Niemand anderes als der Adressat hat Zugriff.</p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Die Gesundheitsdaten und deren Sicherung geh&ouml;ren zwar zu den wichtigsten digitalen Aufgaben. Doch sind die Smartphones gespickt mit &bdquo;Sensorien&ldquo;. Darauf hat Speck warnend hingewiesen. Die Ger&auml;te machten ihre Nutzer selbst zum Produkt, weil sie deren gesamtes Bedienungsverhalten speicherten und damit zu einem offenen Buch machten. Wer alles darin bl&auml;ttert, m&ouml;chte man lieber nicht wissen, kommentiert Speck s&uuml;ffisant. Zumal die Benutzer der mobilen Kleincomputer zu h&auml;ufig zu sorglos mit den Dingern umgingen. (Der Verfasser dieser Zeilen wird sein iPhone k&uuml;nftig mit ganz spitzen Fingern anfassen. Hoffentlich h&auml;lt er durch&#8230;)</p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Hier kommt Frank Karlitscheks NextCloud ins Spiel. Ein Kampf David gegen Goliath. Der Stuttgarter mit dem Gesicht und der Figur eines Actiondarstellers nimmt es mit der Cloud, der alleinbeherrschenden Datenwolke auf. Sein Credo lautet &bdquo;meine Daten geh&ouml;ren nur mir&ldquo;. Deshalb sollte man sie auch bequem mit sich f&uuml;hren oder zuhause einkellern k&ouml;nnen. Sagt&rsquo;s und zeigt eine kleine schwarze Box im Format einer DVD-Packung. Das Produkt ist eine Open Source, eine offene Quelle, die jeder kostenlos benutzen und an deren Weiterentwicklung mitwirken kann. NextCloud sollte man sich gut merken &#8211; und ben&uuml;tzen.</p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Sein Geld verdient Karlitschek indes mit gr&ouml;&szlig;eren Speicherkalibern. So nutzen rund 350.000 Bundesbedienstete seinen Sicherheitsspeicher. &bdquo;Daten sind das neue &Ouml;l&ldquo;, hatte er zuvor festgestellt &ndash; Schmiermittel und Handelsware zugleich.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class=" size-full wp-image-1903" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/10/Swing.jpg" alt="Swing.jpg" width="800" height="565" srcset="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/10/Swing.jpg 800w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/10/Swing-300x212.jpg 300w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/10/Swing-768x542.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p>F&uuml;r den koeniglichen Sound sorgten der Saxofonist Andreas Holdenried und Reinhard S. Hiebel auf Fl&uuml;gel und Stimmb&auml;ndern &#8211; zusammen &#8222;Swing affairs&#8220;.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;In seiner W&uuml;rdigung der beiden Preistr&auml;ger verwies der Rektor der Hochschule Aalen, Prof. Gerhard Schneider, auf die explosionsartige Zunahme der Datenmenge unter anderem durch Digitalisierungsprojekte wie &bdquo;Industrie 4.0&ldquo; oder die Telemedizin. Deren Sicherheit sei ein ebenso gro&szlig;es Thema wie die existenzielle Frage, wie die Datenflut unser Denken und damit unsere Demokratie beeinflussen k&ouml;nnte. Beiden Preistr&auml;gern bescheinigte Schneider &bdquo;technischen Mut zum nachhaltigen Fortschritt&ldquo;.</p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Zu Beginn hatte OB Thilo Rentschler auf das rasante Tempo der digitalen Vernetzung hingewiesen. Ganz im Turbomodus nannte er als aktuelles lokales Projekt die &bdquo;Smart City&ldquo; &ndash; die Schaffung eines ein &ouml;kologisch und sozial nachhaltigen Gemeinwesens.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Sein Vorg&auml;nger und Vorsitzender des Freundeskreises der Stiftung, Ulrich Pfeifle, erinnerte daran, dass &bdquo;Technik und Fortschritt&ldquo; ganz oben auf der Agenda des Barons Reinhard von Koenig standen. Mit der Betonung auf &#8222;Fortschritt&#8220;. Weshalb diese Preisverleihung wohl ganz in seinem Sinne sei.</p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Harmonisch wie die ganze Veranstaltung waren die Songs, mit denen das Duo &bdquo;Swing Affairs&ldquo; sie mit Tenorsaxophon, Fl&uuml;gel und Stimme ohrschmeichelnd begleitet hat.</p>
<p><em>Wolfgang Nu&szlig;baumer</em> &nbsp; &nbsp;</p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>
<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Schutz im weißen Sand – der Maucher-Keller</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/schutz-im-weissen-sand-der-maucher-keller-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-uss]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Oct 2018 12:39:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ostalbgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Ellwangen/Jagst]]></category>
		<category><![CDATA[Luftschutzkeller]]></category>
		<category><![CDATA[Maucher-Keller]]></category>
		<category><![CDATA[Stubensandstein]]></category>
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					<description><![CDATA[[caption id="attachment_1888" align="alignnone" width=""]<img class=" size-full wp-image-1888" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/10/01be3d395dd399cb7a1780083126f30b.jpg" alt="Fotos: -uss" class="caption" title="Karl-Josef Schneider führt durch den Maucher-Keller." width="562" height="600" />Karl-Josef Schneider führt durch den Maucher-Keller.[/caption]<p>Auf eine L&#228;nge von rund 260 Metern erstreckt sich das Stollensystem des Maucher-Kellers. Es f&#252;hrt entlang der Prahlstra&#223;e in Richtung Schloss ob Ellwangen.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der einzige Einstieg befindet sich auf dem Grundst&uuml;ck von Josef Schneider. Unweit von einem mit seinem Pagodendach japanisch anmutenden Pavillon, der bereits um 1800 errichtet worden war. Ludwig Maucher hatte es 1932 als Bauland gekauft.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;K&ouml;nnte es sein, dass in seiner Entstehungszeit im 16. und 17. Jahrhundert hier nicht nur Stubensandstein zur Reinigung und Pflege von Holzfu&szlig;b&ouml;den abgebaut worden ist, sondern&nbsp;&nbsp;auch vermummte Besucher im Schein von Kerzen durch die G&auml;nge gehuscht sind. Vielleicht ein F&uuml;rstpropst? Unterwegs in geheimer Mission zu einem adretten B&uuml;rgerkind unten in der Stadt?&nbsp;</p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;Karl-Josef Schneider l&auml;chelt &uuml;ber derlei erotische Spekulationen. Er kennt die Geschichte von dem Geheimgang, der vom Schloss herabgef&uuml;hrt haben soll. Der Sohn des jetzigen Besitzers hat den Keller seit seiner Kindheit wiederholt begangen. Au&szlig;er verrosteten Gasmasken, Gewehrkolben, Stahlhelmen und anderen milit&auml;rischen Utensilien hat er nichts gefunden. In die Stubensandsteinw&auml;nde sind einige Hakenkreuze, SS-Runen und Werwolfzeichen eingeritzt und eingehauen; ein paar Meter weiter akkurat im weichen Sandstein &bdquo;verewigt&ldquo; ein Steinmetzzeichen. Der 90 Jahre alte und immer noch agile Josef Schneider hat die Geschichte dokumentiert. F&uuml;r ihn gibt es keine Anhaltspunkte f&uuml;r einen Verbindungsgang zum Schloss oder zur Stadt. &bdquo;Eindeutiger Beweis&ldquo; sind f&uuml;r ihn die Pickelhiebe am Ende der Kellerw&auml;nde. Weiter kann niemand vorgedrungen sein.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Im Februar 1945 sind die Stollen zu einem Luftschutzkeller ausgebaut worden. Da sie nur rund vier Meter Stein und Erde &uuml;ber sich haben, k&ouml;nnen sie gegen Granatenbeschuss Sicherheit geboten haben, nicht jedoch gegen Fliegerbomben. Dennoch muss die Familie am 22. April 1945 kurz vor Kriegsende ein Todesopfer beklagen. Auf dem Weg zum sch&uuml;tzenden Gew&ouml;lbe wird Ida Maucher, die Mutter von Josef Schneiders Frau, durch Splitter einer amerikanischen Granate schwer verletzt. Sie stirbt mit 47 Jahren im Keller. Heute sind h&ouml;chstens ein paar Flederm&auml;use zu Gast, f&uuml;r die in einer schweren, stark gesicherten Holzt&uuml;r eine Einflugschneise freigehalten ist. Ludwig Maucher ist erst 1947 aus russischer Gefangenschaft zu seiner Tochter Lore und seinem Sohn Karl-Eugen zur&uuml;ckgekehrt. Der heutige Besitzer Josef Schneider ist der Schwiegersohn von Ludwig Maucher.&nbsp;&nbsp;</p>
<p><img decoding="async" class=" size-full wp-image-1890" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/10/SS-Runen.jpg" alt="SS-Runen.jpg" width="795" height="600" srcset="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/10/SS-Runen.jpg 795w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/10/SS-Runen-300x226.jpg 300w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/10/SS-Runen-768x580.jpg 768w" sizes="(max-width: 795px) 100vw, 795px" /></p>
<p>SS-Runen zeugen von einer schlimmen Vergangenheit</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Als Ida Maucher starb, war die Stra&szlig;e noch nicht nach dem einstigen f&uuml;rstpr&ouml;pstlichen Baumeister Arnold Friedrich Prahl benannt. Alfred Rosenberg war zuvor der Namenspate. Der NSDAP-Ideologe hat mit seinem antisemitischen Hauptwerk &bdquo;Der Mythus des 20. Jahrhunderts&ldquo; wesentlich den Rassenwahn befeuert. Als Reichsminister f&uuml;r die besetzten Ostgebiete war er mitverantwortlich f&uuml;r die systematische Ermordung der dort lebenden Juden. Bei den N&uuml;rnberger Kriegsverbrecherprozessen ist er 1946 zum Tode verurteilt und gehenkt worden.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Die Menschen haben in den letzten Kriegsmonaten nicht nur Schutz im Maucher-Keller gesucht. Auch im Rotochsen-, L&ouml;wen- und Hungerbergkeller, um nur einige zu nennen, haben sie sich vor drohendem Bombenhagel in Sicherheit gebracht. In fast allen dieser unterirdischen Gew&ouml;lbe ist Sandstein abgebaut worden. (Laut Unterer Denkmalschutzbeh&ouml;rde der Stadt gibt es in Ellwangen zw&ouml;lf Felsenkeller.)</p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Der Kellereingang befindet sich direkt neben dem unter Denkmalschutz stehenden Pavillon. Einst im Besitz des Bankiers Dorrer, ist er nicht nur Mittelpunkt eines gro&szlig;en Gartens sondern auch Ort reizvoller Gartenfeste gewesen, wie Josef Schneider in Erfahrung gebracht hat. Die Zimmermannskonstruktion des Dachgeb&auml;lks hat unter dem Titel &bdquo;Ein Gartenhaus aus dem ehemaligen f&uuml;rstpr&ouml;pstlichen Garten Ellwangen&ldquo; Eingang in die Bauskizzen der Fachhochschule Mainz gefunden. Ein Blick hinauf zum Schloss zeigt, dass sich der Erbauer von dessen Dacharchitektur hat inspirieren lassen.</p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Knipsen wir zusammen mit Karl-Josef Schneider die Taschen- und Handylampen an, kn&ouml;pfen die w&auml;rmenden Jacken bis zum Hals zu und ziehen den Schal ein wenig fester. Dort unten ist es zappenduster. Und ziemlich frisch. Etwa 8 Grad Celsius zeigt das Thermometer an. Das ganze Jahr &uuml;ber! Im Schein der Lampen tauchen hallenartige Gew&ouml;lbe mit Podesten f&uuml;r Fasslager auf. Ob hier tats&auml;chlich Bierf&auml;sser gelagert worden sind, l&auml;sst sich nicht best&auml;tigen. Zumindest haben hier die Maurer und Gipser, die im Winter den Sandstein abgebaut haben, gen&uuml;gend Platz zur Pause bei der anstrengenden Arbeit gefunden.</p>
<p><img decoding="async" class=" size-full wp-image-1891" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/10/Reste.jpg" alt="Reste.jpg" width="800" height="485" srcset="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/10/Reste.jpg 800w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/10/Reste-300x182.jpg 300w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/10/Reste-768x466.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p>Hinterlassenschaften ehemaliger Besucher. Der Gegenstand rechts k&ouml;nnte ein Stahlhelm gewesen sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Schwarze D&uuml;bel in der Decke sind die &Uuml;berreste der elektrischen Leitungen und Gl&uuml;hlampen, die in dem Luftschutzkeller verlegt worden waren. Da die G&auml;nge und Gew&ouml;lbe auch nach dem Krieg noch &ouml;ffentlich zug&auml;nglich waren, fand die komplette Elektroinstallation binnen kurzer Zeit neue Besitzer. Ludwig Maucher hat deshalb nach seiner R&uuml;ckkehr aus der Kriegsgefangenschaft die unverschlossene Holzt&uuml;r zur Prahlstra&szlig;e zugenagelt. Ein Notausstieg mit einer Holzleiter, der zum heutigen Grundst&uuml;ck Fuchs f&uuml;hrte, ist eingest&uuml;rzt und besteht nicht mehr.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Unser F&uuml;hrer erl&auml;utert auf einem von seinem Vater angefertigten Plan die Anlage des Stollensystems. Systematisch vorangetrieben worden sind die einzelnen G&auml;nge und Hallen jedoch nicht. Sie sind unterschiedlich hoch und breit. Zum Teil sind die G&auml;nge versch&uuml;ttet. Vor allem dort, wo erdige Schichten und anderes Gestein den Sandstein durchziehen und angestrahlt ein differenziertes erdiges Farbenspiel offenbaren.</p>
<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Sorgenvoll wandern einige Blicke zur Decke knapp &uuml;ber dem Scheitel. Doch Schneider beruhigt. Seit er durch den Keller streift, hat ihm noch kein Steinschlag den Weg versperrt. Dennoch freut man sich &uuml;ber das Licht des Tages, das am Ende der Tour durch den Treppenschacht nach unten dringt. Und selten hat man den Anblick der leuchtend roten &Auml;pfel, deren Anblick einen oben empf&auml;ngt, und den Hochprozentigen, den der hochbetagte Hausherr putzmunter kredenzt, so genossen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Wolfgang Nu&szlig;baumer</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>(F&uuml;r die historischen Informationen sagt der Autor dem Hausherrn Josef Schneider herzlichen Dank.)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;&nbsp;</p>
<p>&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Das Rätsel Rosenstein</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/das-raetsel-rosenstein-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-uss]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Aug 2018 11:59:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ostalbgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Heubach]]></category>
		<category><![CDATA[Landesamt für Denkmalpflege]]></category>
		<category><![CDATA[Rosenstein]]></category>
		<category><![CDATA[Teufelsmauer]]></category>
		<category><![CDATA[Verteidigungslinie]]></category>
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					<description><![CDATA[[caption id="attachment_1758" align="alignnone" width=""]<img class=" size-full wp-image-1758" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/08/f8ea1c7aff521bedaac5eab4cbe3ce1e.jpg" alt="© LAD, Yvonne Mühleis" class="caption" title="Keltische Eisenfunde vom „Mittelberg“, ca. 400 v. Chr." width="1024" height="683" />Keltische Eisenfunde vom „Mittelberg“, ca. 400 v. Chr.[/caption]<p>Sowohl der markante Rosenstein bei Heubach als auch seine Nachbarh&#246;hen Hochberg und Mittelberg tragen die m&#228;chtigen Ruinen vorgeschichtlicher Abschnittsbefestigungen und Ringw&#228;lle.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp; &nbsp;Es scheint sich um Elemente eines vielgliedrigen Verteidigungssystems zu handeln, das die Rosenstein-Randh&ouml;hen der Alb einst gegen die s&uuml;dlich gelegene Hochfl&auml;che des Albuchs deckte. Als in den Felsgrund gehauene Gr&auml;ben und hoch aufragende Steinw&auml;lle sind sie im Gel&auml;nde bis heute erhalten. &Uuml;ber ihre Zeitstellung und Funktion ist noch wenig bekannt.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Das Landesamt f&uuml;r Denkmalpflege im Regierungspr&auml;sidium Stuttgart (LAD) hat es sich im Rahmen eines seit 2016 laufenden Forschungsprojektes zur Aufgabe gemacht, das R&auml;tsel um die Rosenstein-Befestigungen zu l&ouml;sen. Das Projekt findet Unterst&uuml;tzung von der F&ouml;rderstiftung Arch&auml;ologie in Baden-W&uuml;rttemberg, der Sparkassenstiftung Ostalb sowie zahlreichen Spendern aus dem Kreis regionaler Unternehmen und Privatpersonen.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Nach zwei sommerlichen Grabungskampagnen an der sog. &bdquo;Teufelsmauer&ldquo; auf dem Mittelberg bei Heubach-Lautern sind erste Erfolge zu verbuchen: Die 400 Meter lange, schnurgerade gef&uuml;hrte Befestigung, deren Alter bisher v&ouml;llig ungekl&auml;rt war, stellte sich als eine urspr&uuml;nglich vier Meter breite, holzverkleidete Mauer heraus, die von keltischen Siedlern um 400 v. Chr. errichtet worden war. Sie galt dem Schutz einer Siedlung, die &uuml;ber einige Jahrzehnte hinweg auf dem Berg bestand. Zahlreiche Funde geben Einblick ins Alltagsleben der Siedler: Koch- und Speisegeschirr, Spinnwirtel f&uuml;r die Textilherstellung, aber auch Schmelztiegel und Schmiedeschlacken, die auf Buntmetall- und Eisenverarbeitung hinweisen. Zahlreiche Bruchst&uuml;cke von Salzsiedegef&auml;&szlig;en, sog. Briquetagen (eine grobe Einweg-Keramik, in der Salz gesotten und verhandelt wurde), zeigen die Teilhabe der Mittelberg-Siedlung am regionalen Salzhandel an, dessen Quellen in den fr&uuml;hkeltischen Salinen des Heilbronner Raumes lagen. Erstmals f&auml;llt somit Licht ins v&ouml;llige Dunkel, das den Mittelberg bisher umgab.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Seit Mitte Juni 2018 finden neuerliche Grabungen statt, diesmal auf dem Rosenstein am sog. &bdquo;Wall C&ldquo;, einer m&auml;chtigen Befestigungslinie, die den Westteil des Hochplateaus gegen Osten deckt. Ziel der Grabung ist es, Entwicklungsgeschichte und Architektur des Bauwerks zu kl&auml;ren: Handelt es sich auch hier um eine keltische Anlage? Bestand sie eventuell sogar gleichzeitig mit der Mittelberg-Siedlung? Wurde die Befestigung im Mittelalter neuerlich ausgebaut?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-1760" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/08/Abb2_Gelaendemodell_Rosenstein.JPG" alt="Abb2_Geländemodell_Rosenstein.JPG" width="1827" height="967" srcset="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/08/Abb2_Gelaendemodell_Rosenstein.JPG 1827w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/08/Abb2_Gelaendemodell_Rosenstein-300x159.jpg 300w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/08/Abb2_Gelaendemodell_Rosenstein-1024x542.jpg 1024w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/08/Abb2_Gelaendemodell_Rosenstein-768x406.jpg 768w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/08/Abb2_Gelaendemodell_Rosenstein-1536x813.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1827px) 100vw, 1827px" /></p>
<p>Digitales Gel&auml;ndemodell des Rosenstein-Plateaus. Knapp unterhalb der Mitte des s&uuml;dwestlichen Bildquadranten ist &bdquo;Wall C&ldquo; erkennbar, der den westlichen Teil der Hochfl&auml;che nach Osten deckt. &copy; LAD, ArcTron Airborne Sensing GmbH</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Seit einigen Wochen liegt dem LAD au&szlig;erdem ein hochaufl&ouml;sendes digitales Gel&auml;ndemodell vor, das etwa 35 km&sup2; der Rosenstein-Region umfasst und von der Fa. ArcTron Airborne Sensing GmbH mit der Airborne-Laserscanning-Methode erstellt wurde. Erm&ouml;glicht wurde diese aufw&auml;ndige Messung durch die gro&szlig;z&uuml;gige F&ouml;rderung und Unterst&uuml;tzung, die das Rosenstein-Projekt des LAD durch die F&ouml;rderstiftung Arch&auml;ologie in Baden-W&uuml;rttemberg, die Sparkassenstiftung Ostalb sowie zahlreiche Spender aus dem Kreis lokaler und regionaler Unternehmen und Privatpersonen erfahren hat.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Beim Airborne-Laserscanning wird das Gel&auml;nde mit einem Ultraleichtflugzeug in einer systematischen Zeilen-Bewegung abgeflogen, w&auml;hrend von einem an Bord befindlichen Laserdistanzmesser stetig Lichtimpulse zum Boden entsandt werden. Aus den Reflexionen dieser Lichtimpulse und den permanent aktualisierten Ortungsdaten des Flugzeugs wird ein 3D-Datensatz von hoher Pr&auml;zision errechnet, mit dessen Hilfe sich die Gel&auml;ndeoberfl&auml;che ungeachtet der darauf vorhandenen Vegetation exakt und detailreich visualisieren l&auml;sst. Solche Gel&auml;ndemodelle sind &ndash; vor allem in bewaldetem Gebiet &ndash; f&uuml;r Arch&auml;ologen ein hervorragendes Hilfsmittel, um hochkomplexe Strukturen wie die Rosenstein-Befestigungen besser zu verstehen. Sie erlauben zudem die Formulierung gezielter Fragestellungen f&uuml;r zuk&uuml;nftige Feldforschungen.</p>
<p><em>pm</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Zeugnisse der Christianisierung</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/goldblattkreuze-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-uss]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Mar 2018 16:01:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ostalbgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Alamannenmuseum Ellwangen]]></category>
		<category><![CDATA[Glaubenszeichen]]></category>
		<category><![CDATA[Goldblattkreuze]]></category>
		<category><![CDATA[Lauchheim]]></category>
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					<description><![CDATA[[caption id="attachment_1523" align="alignnone" width=""]<img class=" size-full wp-image-1523" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/03/0b2c0f4f7276d5cab9ebf370bc3a4b57.jpg" alt="Fotos: Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Yvonne Mühleis" class="caption" title="Wertvolle Goldblattkreuze wie diese alamannischen Grabfunde des 7. Jahrhunderts n. Chr. aus Lauchheim im Ostalbkreis werden noch bis 8. April in der Sonderausstellung des Alamannenmuseums Ellwangen präsentiert. " width="998" height="1024" />Wertvolle Goldblattkreuze wie diese alamannischen Grabfunde des 7. Jahrhunderts n. Chr. aus Lauchheim im Ostalbkreis werden noch bis 8. April in der Sonderausstellung des Alamannenmuseums Ellwangen präsentiert. [/caption]<p>Im Ellwanger Alamannenmuseum kann man derzeit einiges&#160;&#252;ber die Christianierung des s&#252;ddeutschen Raumes lernen.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp; &nbsp;Bis 8. April&nbsp;2018 ist hier die Sonderausstellung &#8222;Goldblattkreuze &ndash; Glaubenszeichen&nbsp;der Alamannen&#8220; zu sehen. Schirmherr der vom Alamannenmuseum in&nbsp;Kooperation mit dem Arch&auml;ologischen Landesmuseum Baden-W&uuml;rttemberg&nbsp;konzipierten Ausstellung ist der Bischof der Di&ouml;zese&nbsp;Rottenburg-Stuttgart, Dr. Gebhard F&uuml;rst.</p>
<p>&nbsp; &nbsp; Die Goldblattkreuze des 6. bis 8. Jahrhunderts, von denen bisher mehr&nbsp;als 420 bekannt sind, stellen eine besonders interessante Fundgattung&nbsp;des fr&uuml;hen Mittelalters dar. Bei diesen in Gr&auml;bern angetroffenen Kreuzen&nbsp;aus d&uuml;nner Goldfolie handelt es sich um Beigaben, die eigens f&uuml;r die&nbsp;Bestattung angefertigt wurden. Diese Folienkreuze wurden einst auf einem&nbsp;Leichentuch oder Schleier aufgen&auml;ht dem Toten mit ins Grab gegeben. Ihre&nbsp;Verbreitung beschr&auml;nkt sich fast ausschlie&szlig;lich auf den Bereich der&nbsp;Alamannen und Baiuwaren in S&uuml;ddeutschland sowie der Langobarden in&nbsp;Italien.&nbsp;Aufbauend auf den neueren Forschungen zu diesem Thema an der&nbsp;Universit&auml;t T&uuml;bingen beleuchtet die Ausstellung den Grabbrauch der&nbsp;Goldblattkreuze, die als die ersten christlichen Symbole in&nbsp;S&uuml;ddeutschland zu werten sind, eingebunden in einen &Uuml;berblick zur&nbsp;Christianisierung der Alamannen. Neu ist etwa die Antwort auf die Frage,&nbsp;wo der Brauch entstanden ist, ebenso die Tatsache, dass dieser offenbar&nbsp;nur in einzelnen Familien &uuml;blich war. Anders als bisher gedacht bilden&nbsp;die Goldblattkreuze auch keinen Gegensatz zu gleichzeitig bestehenden&nbsp;Kirchen.&nbsp;Noch nie waren in einer Ausstellung so viele Goldblattkreuze&nbsp;versammelt, die aus zahlreichen namhaften Museen S&uuml;ddeutschlands&nbsp;stammen. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Dr. Gebhard F&uuml;rst, dem Bischof der Di&ouml;zese Rottenburg-Stuttgart: In der&nbsp;von ihm als bisch&ouml;fliches W&uuml;rdezeichen getragenen Brustkette befindet&nbsp;sich die k&uuml;nstlerische Nachbildung des 1936 gefundenen Goldblattkreuzes&nbsp;von T&uuml;bingen-Derendingen, Grab 5.</p>
<p><strong>Besondere Funde</strong></p>
<p>&nbsp; &nbsp;Die meisten Goldblattkreuze sind in der Form eines griechischen Kreuzes&nbsp;gestaltet. Dabei wurde entweder das gesamte Kreuz aus einem St&uuml;ck Blech&nbsp;geschnitten oder das St&uuml;ck aus zwei oder mehreren Blechstreifen&nbsp;gebildet. Erstaunlicherweise wurde bis heute kein einziges&nbsp;Goldblattkreuz im Siedelgebiet der Franken oder im fr&uuml;hmittelalterlichen&nbsp;Spanien entdeckt und nur einige wenige stammen aus dem ehemals&nbsp;angels&auml;chsischen England und aus byzantinischen Gebieten am&nbsp;Mittelmeer.</p>
<p><strong>Hotspot Lauchheim</strong></p>
<p>&nbsp; &nbsp;In Lauchheim im Ostalbkreis kamen insgesamt 14 Goldblattkreuze aus&nbsp;sechs Gr&auml;bern zutage, so viele wie nirgends n&ouml;rdlich der Alpen. Da zwei&nbsp;Goldblattkreuze aus verschiedenen Gr&auml;bern dieselben Modelabdr&uuml;cke&nbsp;aufweisen, d&uuml;rften sie vor Ort von derselben Hand angefertigt worden&nbsp;sein.</p>
<p><strong>Neue Forschungen</strong></p>
<p>&nbsp; &nbsp;Die erneute Untersuchung und Neubewertung der &uuml;ber 400 Exemplare durch&nbsp;Martina Terp-Schunter, welche die Grundlage der Ausstellung bilden,&nbsp;erlauben tiefgreifende R&uuml;ckschl&uuml;sse auf deren rituelle Funktion w&auml;hrend&nbsp;des fr&uuml;hmittelalterlichen Bestattungsablaufs. In der Phase eines noch&nbsp;nicht institutionalisierten Christentums vom 6. bis 8. Jahrhundert wurde&nbsp;mit Hilfe der Goldblattkreuze die gesamte Trauergemeinschaft unter das&nbsp;Zeichen des christlichen Glaubens gestellt und die eigene religi&ouml;se&nbsp;&Uuml;berzeugung f&uuml;r alle Anwesenden offensichtlich.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-1524" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/03/Goldblattkreuze2_Goldblattkreuz_Bissingen_unter_Teck_Neufund_von_2015.jpg" alt="Goldblattkreuze2 Goldblattkreuz Bissingen unter Teck Neufund von 2015.jpg" width="783" height="768" srcset="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/03/Goldblattkreuze2_Goldblattkreuz_Bissingen_unter_Teck_Neufund_von_2015.jpg 783w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/03/Goldblattkreuze2_Goldblattkreuz_Bissingen_unter_Teck_Neufund_von_2015-300x294.jpg 300w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/03/Goldblattkreuze2_Goldblattkreuz_Bissingen_unter_Teck_Neufund_von_2015-768x753.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 783px) 100vw, 783px" /></p>
<p>2015 wurde in Bissingen an der Teck in einem reichen M&auml;nnergrab einer&nbsp;Hofgrablege mitten im alamannischen Dorf das derzeit neueste&nbsp;Goldblattkreuz in S&uuml;ddeutschland entdeckt. Das erst in der&nbsp;Restaurierungswerkstatt des Landesamtes f&uuml;r Denkmalpflege wieder&nbsp;auseinander gefaltete Kreuz ist 6,2 cm lang.</p>
<p>&nbsp; <strong>&nbsp;Info:</strong> Zur Ausstellung ist eine 64-seitige, reich bebilderte&nbsp;Begleitpublikation erschienen, die im Museum und im Buchhandel zum Preis&nbsp;von 5,90 &euro; erworben werden kann. F&uuml;r die Schulen, die mit dem neuen&nbsp;baden-w&uuml;rttembergischen Bildungsplan 2016 verst&auml;rkt das Thema&nbsp;Christanisierung der Alamannen behandeln, werden eigene&nbsp;museumsp&auml;dagogische Programme angeboten. N&auml;here Informationen sind&nbsp;beim Museum unter Tel. 07961/969747 sowie im Internet unter&nbsp;<a href="http://www.alamannenmuseum-ellwangen.de/" target="_blank" rel="noopener">www.alamannenmuseum-ellwangen.de</a>&nbsp;erh&auml;ltlich.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;&Ouml;ffnungszeiten:&nbsp;Dienstag bis Freitag 14-17 Uhr;&nbsp;Samstag, Sonntag 13-17 Uhr&nbsp;sowie nach Vereinbarung.&nbsp;Eintritt: 3,00 &euro;, erm&auml;&szlig;igt 2,00 &euro;, Familie 7,00 &euro;</p>
<p><strong>Begleitprogramm:</strong></p>
<p>F&uuml;hrung am&nbsp;1. April&nbsp;um 15 Uhr.&nbsp;Kuratorenf&uuml;hrung mit Martina Terp-Schunter M.A am Sonntag,&nbsp;8. April,&nbsp;um 15 Uhr.&nbsp;Biographische F&uuml;hrung zur Christianisierung der Alamannen<br />mit J&uuml;rgen Heinritz am Sonntag, 18. M&auml;rz, um 15 Uhr.&nbsp;Aktionstag mit der Goldschmiedin Esther Schneller &#8211;&nbsp;Herstellung von Goldblattkreuzen,&nbsp;Goldschmiedevorf&uuml;hrungen und Mitmachaktionen am Sonntag, 25. M&auml;rz,&nbsp;von 13-17 Uhr.</p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
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		<title>Auf der Suche nach KZ-Relikten</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/natzweiler-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-uss]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Feb 2018 14:30:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ostalbgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Friedensforum Ellwangen]]></category>
		<category><![CDATA[KZ Natzweiler]]></category>
		<category><![CDATA[KZ-Relikte]]></category>
		<category><![CDATA[Vernichtung und Gewalt]]></category>
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					<description><![CDATA[<img class=" size-full wp-image-1462" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/02/10a451d868feb5fd854c1535dddc148e.jpg" alt="" width="1280" height="955" /><p>Relikte ehemaliger Nazi-KZs erfasst das Landesamt f&#252;r Denkmalpflege in Stuttgart.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp; &nbsp;In dem vierj&auml;hrigen Projekt sollen zun&auml;chst die etwa 35 Au&szlig;enlager des &bdquo;KZ-Komplexes Natzweiler&ldquo; im Zentrum stehen, die unter der Verwaltung des im Elsass liegenden Hauptlagers Natzweiler-Struthof standen. Eines davon lag im Goldrain in Ellwangen/Jagst. Das Friedensforum Ellwangen hat in einer 1987 in erster Auflage erschienenen Schrift unter dem Titel &#8222;Vernichtung und Gewalt &#8211; Die KZ-Au&szlig;enlager Ellwangens&#8220; auf 120 Seiten dessen Geschichte und das Leiden seiner Bewohner eindr&uuml;cklich dokumentiert.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Die Generation der Frauen und M&auml;nner, die aus eigenem Erleben vom Terror der nationalsozialistischen Konzentrationslager zu berichten wissen, wird in absehbarer Zeit verstummt sein. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung r&uuml;ckt die materielle Hinterlassenschaft der Lagerstandorte ins Blickfeld einer neuen Aufmerksamkeit.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Die engagierte Arbeit zahlreicher Gedenkst&auml;tten-Initiativen hat auch in Baden-W&uuml;rttemberg gezeigt, wie eindringlich ein Besuch an den historischen Orten des Terrors wirken kann. Ruin&ouml;se Reste ehemaliger Lagereinrichtungen k&ouml;nnen durch die Vermittlung ihres gesellschaftsgeschichtlichen Entstehungskontexts eine starke Zeugniskraft entwickeln. Ihre unleugbare Existenz steht gegen Vergessen und Verdr&auml;ngen. Die franz&ouml;sischen und deutschen Gedenkst&auml;tten des KZ-Komplexes Natzweiler werden aufgrund ihrer Bedeutung und Verdienste in diesem Jahr mit dem Europ&auml;ischen Kulturerbesiegel der EU ausgezeichnet.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Dar&uuml;ber hinaus ist in den letzten Jahren ein neues wissenschaftliches Interesse an den Relikten des NS-zeitlichen Lagersystems erwacht. Mit der &bdquo;zeitgeschichtlichen Arch&auml;ologie&ldquo; hat sich ein neuer Ableger der arch&auml;ologischen Wissenschaften etabliert, der die ehemaligen Lagerstandorte einschlie&szlig;lich ihrer materiellen &Uuml;berreste als historische Quellen begreift, die es mit einem speziell zugeschnittenen Methoden- und Fragenkatalog zu erschlie&szlig;en gilt. Tats&auml;chlich ist es entsprechenden Forschungen bereits gelungen, durch neu gewonnene Erkenntnisse L&uuml;cken in der schriftlichen und m&uuml;ndlichen Parallel&uuml;berlieferung zu schlie&szlig;en.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Solche neuen Erkenntnisse sind allemal willkommen, denn viele Bereiche der Lebenswirklichkeit in den NS-Terrorlagern sind in historischen Dokumenten nicht festgehalten worden und treten auch in Erinnerungsberichten &Uuml;berlebender kaum in Erscheinung. Oft ist die Entwicklung der Lagerstandorte nicht einmal in ihren Grundz&uuml;gen nachvollziehbar, sei es, weil sie in den Wirren der letzten Kriegsmonate keinen administrativen Niederschlag mehr gefunden hat, sei es, weil die betreffenden Akten durch die sich aufl&ouml;senden Lagerverwaltungen vernichtet wurden. Durch arch&auml;ologische Grabungen ermittelte Strukturen und Objekte k&ouml;nnen daher nicht nur Bekanntes illustrieren, sondern neue Einblicke in die bauliche Gestalt und Entwicklung sowie die logistische Organisation der Lager, aber auch in Herkunft, Gr&ouml;&szlig;e und Alltagsleben der internierten H&auml;ftlingsgesellschaft er&ouml;ffnen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-1465" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/02/Abb_1_karte_kz_natzweiler1943_45.jpg" alt="Abb_1_karte_kz_natzweiler1943_45.jpg" width="669" height="768" srcset="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/02/Abb_1_karte_kz_natzweiler1943_45.jpg 669w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/02/Abb_1_karte_kz_natzweiler1943_45-261x300.jpg 261w" sizes="auto, (max-width: 669px) 100vw, 669px" /></p>
<p>&nbsp; &nbsp;Im Rahmen des nun begonnen Projektes der arch&auml;ologischen Denkmalpflege sollen die in Baden-W&uuml;rttemberg vorhandenen Relikte des NS-zeitlichen Lagersystems systematisch erfasst und unter denkmalfachlichen Gesichtspunkten evaluiert werden. Dabei sollen auch jene Orte mit in den Blick genommen werden, an denen die Inhaftierten zur Zwangsarbeit herangezogen wurden. Dazu geh&ouml;ren Schiefersteinbr&uuml;che, unterirdische Stollen, R&uuml;stungs-Montagewerke etc.&nbsp;Umfang und Erhaltung der jeweils vorhandenen &Uuml;berreste sind sehr unterschiedlich. Von der noch stehenden KZ-Baracke bis zum Totalverlust ganzer Lagerstandorte durch &Uuml;berbauung sind alle Spielarten der &Uuml;berlieferung gegeben. Luftbildanalysen und moderne arch&auml;ologische Verfahren wie Georadar und -magnetik lassen aber vielerorts unterirdische Barackenfundamente erkennen und zeigen, dass sich der Blick in den Boden selbst dort noch lohnen kann, wo oberfl&auml;chlich keine baulichen Spuren mehr zu erkennen sind.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Wie Beispiele aus j&uuml;ngster Zeit gezeigt haben, sind die baulichen &Uuml;berreste des NS-Lagerterrors nach wie vor nicht vor unsensibler Behandlung oder gedankenloser Beseitigung gefeit. Mit der Bestandserfassung des noch Vorhandenen will das Projekt die Grundlage zur Erarbeitung eines nachhaltigen Schutzkonzeptes bereitstellen, in welchem Wesentliches von Unwesentlichem geschieden und Erhaltenswertes unter Denkmalschutz gestellt wird.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Zwischen Mannheim-Sandhofen und Spaichingen, Offenburg und Ellwangen gab es etwa drei Dutzend Natzweiler-Au&szlig;enkommandos, die teils als Barackenlager auf der gr&uuml;nen Wiese, teils in von der SS-Lagerverwaltung konfiszierten Bestandsgeb&auml;uden (z.B. Schulen, Kasernen oder Flugzeughangars) eingerichtet wurden. Die meisten dieser Lager entstanden erst im Fr&uuml;hjahr oder Sommer 1944, als die deutsche R&uuml;stungsindustrie infolge alliierter Luftoffensiven in eine prek&auml;re Lage geraten war. Durch die m&ouml;rderische Ausbeutung menschlicher K&ouml;rperkraft sollte das Unm&ouml;gliche m&ouml;glich gemacht und die vom NS-Regime verf&uuml;gte &bdquo;U(ntertage)-Verlagerung&ldquo;, d.h. die Verlagerung kriegswichtiger&nbsp;Fertigungsbetriebe in bombensichere Stollen- und Tunnelsysteme wie in Aalen-Wasseralfingen bei den Alfing-Werken, realisiert werden.Ein Zentrum dieser Aktivit&auml;ten entwickelte sich im Umfeld der alten Gipsgruben bei Obrigheim am Unteren Neckar, deren Ausbau zu geheimen R&uuml;stungsfabriken den Produktionsausfall des kriegszerst&ouml;rten Daimler-Benz-Flugmotorenwerks Genshangen (Brandenburg) kompensieren sollte. Allein hier entstanden &ndash; neben diversen Unterk&uuml;nften f&uuml;r Werksangeh&ouml;rige und Zwangsarbeiter/-innen &ndash; sechs Au&szlig;enkommandos des KZs Natzweiler, die sog. Neckarlager &ndash; Leidensorte f&uuml;r mehr als 5.000 KZ-H&auml;ftlinge.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class=" size-full wp-image-1466" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/02/Abb_3_Schieferoelwerk_Wueste_10_Eckerwald.jpg" alt="Abb_3_Schiefer&ouml;lwerk_W&uuml;ste_10_Eckerwald.jpg" width="640" height="427" srcset="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/02/Abb_3_Schieferoelwerk_Wueste_10_Eckerwald.jpg 640w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2018/02/Abb_3_Schieferoelwerk_Wueste_10_Eckerwald-300x200.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /></p>
<p>Reste der Industrieanlagen zur Schiefer&ouml;lverschwelung im ehemaligen &bdquo;W&uuml;ste-Werk 10&ldquo; bei Sch&ouml;rzingen (Sch&ouml;mberg/BL). (&copy; Landesamt f&uuml;r Denkmalpflege im Regierungspr&auml;sidium Stuttgart)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp; &nbsp;Einen zweiten Schwerpunkt bildete der Natzweiler-Komplex entlang der Bahnlinie T&uuml;bingen-Rottweil aus. Im Rahmen des &bdquo;Mineral&ouml;lsicherungsplans&ldquo;, einem 1944 lancierten Geheimprojekt zur Abwendung des akut drohenden Kollapses der deutschen Treibstoffversorgung, wurde hier mit dem Bau von zehn Schiefer&ouml;l-Werken begonnen, in denen aus den bitumenreichen Sedimenten des Schwarzen Jura Mineral&ouml;l gewonnen werden sollte. Mit diesen bis April 1945 nur teilweise verwirklichten und g&auml;nzlich ineffizienten Anlagen waren sieben KZ-Au&szlig;enlager assoziiert, in denen mehr als 10.000 meist j&uuml;dische H&auml;ftlinge untergebracht waren &ndash; mehr als ein Drittel starb. Insgesamt forderte der KZ-Komplex Natzweiler ca. 22.000 Opfer aus 30 Nationen. Ihr Sterben wurde vom NS-Regime und seinen Schergen nicht nur hingenommen, sondern durch alle erdenklichen Formen k&ouml;rperlicher Qual und psychischen Terrors forciert.</p>
<p><em>pmrp</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Grabungskampagne an der „Teufelsmauer“</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/grabungskampagne-an-der-teufelsmauer-bei-heubach-hat-begonnen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joe Ostowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Jun 2017 04:17:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ostalbgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Grabungskampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Rosenstein]]></category>
		<category><![CDATA[Teufelsmauer]]></category>
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					<description><![CDATA[[caption id="attachment_1102" align="alignnone" width=""]<img class=" size-full wp-image-1102" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2017/06/d503b79bddae5a3eeed71620c726e5d6.jpg" alt="" class="caption" title="Luftbild Rosenstein (Mitte), Mittelberg (links) und Hochberg (rechts). Alle drei tragen vorgeschichtliche Befestigungen (Quelle: Landesamt für Denkmalpflege)" width="600" height="412" />Luftbild Rosenstein (Mitte), Mittelberg (links) und Hochberg (rechts). Alle drei tragen vorgeschichtliche Befestigungen (Quelle: Landesamt für Denkmalpflege)[/caption]<p>Experten des Landesamtes f&#252;r Denkmalpflege untersuchen vorgeschichtliches Befestigungssystem im Ostalbkreis.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;Der Rosenstein bei Heubach bildet mit seinen beiden Nachbarbergen Mittelberg und Hochberg ein dreigliedriges System vorgeschichtlicher Befestigungsanlagen. Die alten Mauern, W&auml;lle und Gr&auml;ben haben sich auf den bewaldeten Randh&ouml;hen des Albuchs gut erhalten und vermitteln durch ihre bemerkenswerte Gr&ouml;&szlig;e eine Vorstellung von der besonderen Bedeutung, die den derart aufw&auml;ndig gesicherten Siedlungen einmal zugekommen sein muss. Experten des Landesamtes f&uuml;r Denkmalpflege beim Regierungspr&auml;sidium Stuttgart (LAD) stellten gemeinsam mit dem Landrat des Ostalbkreises Klaus Pavel und Heubachs B&uuml;rgermeister Frederick Br&uuml;tting erste Forschungsergebnisse vor und gaben einen Ausblick auf die kommende Grabungskampagne.&nbsp;</p>
<p>Wissenschaftlich fundierte Aussagen sind indessen weder &uuml;ber das einstige Aussehen noch &uuml;ber Funktion und Geschichte dieser Fortifikationen zu treffen, denn die moderne Arch&auml;ologie hat sich ihrer noch nicht angenommen. Das Wenige, was heute ausgesagt werden kann, ist Ergebnis einer von b&uuml;rgerschaftlichem Engagement getragenen Forschungs-Episode zu Beginn des letzten Jahrhunderts. &nbsp;&bdquo;Angesichts des prominenten Ranges, den die m&auml;chtigen Rosenstein-Befestigungen im Denkmalbestand des Landes Baden-W&uuml;rttemberg einnehmen, kann uns dieser Forschungsstand nicht befriedigen&ldquo;, sagte Landesarch&auml;ologe und Landeskonservator Prof. Dr. Dirk Krausse vom Landesamt f&uuml;r Denkmalpflege.&nbsp;Im Jahr 2016 startete das Landesamt f&uuml;r Denkmalpflege im Regierungspr&auml;sidium Stuttgart mit Unterst&uuml;tzung der F&ouml;rderstiftung Arch&auml;ologie in Baden-W&uuml;rttemberg ein Forschungsprojekt, das Licht ins Dunkel bringen soll.</p>
<p>Eine erste, dreimonatige Grabungskampagne galt der Kuppe des Mittelberges, die sich s&uuml;d&ouml;stlich des Rosensteinplateaus erhebt und von einem m&auml;chtigen Befestigungswerk, der sog. &bdquo;Teufelsmauer&ldquo;, gequert wird. Das Bauwerk, das auf 400 Meter L&auml;nge schnurgerade verl&auml;uft, tritt heute als in den Felsgrund gehauener Graben und Bruchsteinwall in Erscheinung. Im Wall d&uuml;rfte sich jedoch der Stumpf einer Mauer verbergen, die im waldlosen Gel&auml;nde einmal eine weite Fernwirkung nach S&uuml;den und Osten in Richtung Albhochfl&auml;che entwickelt haben muss. Sie deckt den n&ouml;rdlichen Teil der Bergkuppe einschlie&szlig;lich ihres Gipfelbereichs, der etwa 714 Meter &uuml;ber Meeresh&ouml;he&nbsp;erreicht. &nbsp;Angesichts der vielversprechenden Funde zeigt sich Landrat Pavel gespannt auf die Ergebnisse der anstehenden Grabungen: &bdquo;Der Ostalbkreis ist eine lebendige Kulturregion mit zahlreichen Zeugnissen der Vergangenheit und ich freue mich, dass nun am Rosenstein ein weiteres besonderes Kulturdenkmal erforscht wird.&ldquo;&nbsp;Im Westen dieser befestigten Siedungsfl&auml;che wurden im Zuge der Ausgrabung drei Schnitte angelegt, die der Kl&auml;rung der Bodenverh&auml;ltnisse sowie dem Aufschluss potentieller Sedimentfallen und fundf&uuml;hrender Kulturschichten galt. Wie nicht anders zu erwarten, liegt dem anstehenden Fels und Verwitterungsschutt des Jurakalkes nur eine d&uuml;nne Decke von Waldhumus und lehmigen Verwitterungsprodukten auf.</p>
<p>Eindeutige Geb&auml;udespuren konnten in diesem grabungstechnisch schwer zu bearbeitenden Untergrund nicht festgestellt werden &ndash; entweder standen die H&auml;user an anderer Stelle, oder sie waren in einer Art und Weise erbaut, die ohne bleibende Eingriffe in den Felsengrund auskam. In allen Schnitten konnte jedoch ein konstanter Scherbenschleier festgestellt werden, der sich zuweilen zu signifikanten Konzentrationen verdichtete. Wenigstens zum Teil d&uuml;rfte es sich dabei um veritable Siedlungsbefunde handeln. S&auml;mtliche Scherben lassen sich dem grobkeramischen Spektrum der fr&uuml;hen Lat&eacute;nezeit (ca. 450 &ndash; 300 v. Chr.) zuordnen. J&uuml;ngere oder &auml;ltere Funde liegen vom Mittelberg auch als Lesefunde nicht vor, so dass man auch f&uuml;r die Befestigung von einer entsprechenden Zeitstellung ausgehen darf.</p>
<p>Um die Architektur der mutma&szlig;lichen Mauer zu kl&auml;ren und evtl. unter dem Steinversturz erhaltene Kulturschichtk&ouml;rper aufzuschlie&szlig;en, wurde von der Innenfl&auml;che her ein Grabungsschnitt in den Wall vorgetrieben. Bis zum Ende der Grabungskampagne gaben sich hier jedoch noch keine konstruktiven Strukturen zu erkennen &ndash; was die Bauart der Mauer angeht, wird man sich bis zur Fertigstellung des Wallschnittes im laufenden Jahr in Geduld &uuml;ben m&uuml;ssen.&nbsp;&bdquo;Ich freue mich, dass die Geschichte der Kelten am Rosenstein und damit auch die Geschichte unserer Stadt Heubach so viel Aufmerksamkeit erf&auml;hrt. Mit unserem &bdquo;archaeopfad&ldquo; werden wir diese und andere wichtige Epochen und ihre Spuren bald der breiten &Ouml;ffentlichkeit pr&auml;sentieren&ldquo;, sagte B&uuml;rgermeister Frederick Br&uuml;tting anl&auml;sslich der Pr&auml;sentation im Rathaus.&nbsp;Zur Monumentalit&auml;t der Siedlungsbefestigung tritt das eher schlichte Fundgut in einen auff&auml;lligen Gegensatz. Zu dem erw&auml;hnten Bestand an grober Gebrauchskeramik treten noch zwei Spinnwirtel, eine kleine blaue Glasperle und eine Eisenfibel &ndash; Gegenst&auml;nde, die man auch in unbefestigten Siedlungen des l&auml;ndlichen Milieus ohne weiteres finden k&ouml;nnte. Hinweise auf Metallverarbeitung &ndash; sowohl&nbsp; Eisen als auch Buntmetall &ndash; weisen dagegen eher auf herausgehobene, zentral&ouml;rtliche Funktionen der eintigen Mittelberg-Siedlung hin.</p>
<p>Aufmerksamkeit erregt ein etwas mehr als faustgro&szlig;es Skulpturen-Fragment aus ortsfremdem Stein, das zwei gegen&uuml;berliegende, kreisaugenartige Strukturen aufweist . Bei dem schweren Material handelt es sich um Orthogneis, dessen n&auml;chstes nat&uuml;rliches Vorkommen im Schwarzwald oder in den Schottern der Donau zu suchen sein d&uuml;rfte. Welche Funktion dieses Objekt hatte, ist noch v&ouml;llig offen.&nbsp;Die erste Grabungskampagne am Mittelberg, in die auch zwei vierzehnt&auml;gige Lehrgrabungen der Gesellschaft f&uuml;r Arch&auml;ologie in W&uuml;rttemberg und Hohenzollern eingebettet waren, soll den Auftakt eines l&auml;nger angelegten und systematischen Engagements des Landesamtes f&uuml;r Denkmalpflege f&uuml;r die Erforschung der Rosenstein-Befestigungen sein. Ihre Ergebnisse, allen voran der sich erstmals f&uuml;r die Teufelsmauer abzeichnende Datierungsansatz, sind ein erster Erfolg und machen neugierig auf den Fortgang des Projektes.</p>
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		<title>Das Dalkinger Limestor beschäftigt die Forschung</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/aktionstag-am-limes-grenzenlos-begeistert-besucher/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joe Ostowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jun 2017 05:02:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ostalbgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Limes]]></category>
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					<description><![CDATA[[caption id="attachment_1098" align="alignnone" width=""]<img class=" size-full wp-image-1098" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2017/06/e0b863f873638efa81a0f8773b39882d.jpg" alt="" class="caption" title="Foto: privat" width="600" height="386" />Foto: privat[/caption]<p>Am Aktionstag "Am Limes grenzenlos" ist&#160;die Bannerausstellung &#8222;Tor oder Tempel &#8211; Neue Forschungen am Limestor Dalkingen&#8220; er&#246;ffnet worden.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sie ist bis 4. November 2017 im Schutzhaus Limestor Dalkingen zu sehen. Prof. Dr. Claus Wolf sagte: &bdquo;Ich kann Ihnen versichern, das Limestor Dalkingen wird die Forschung in den n&auml;chsten Jahren weiter besch&auml;ftigen. Die bereits erzielten Resultate geh&ouml;ren zu den herausragenden Ergebnissen der r&ouml;mischen Arch&auml;ologie in unserem Land. Au&szlig;erdem ist noch einmal klar geworden, dass der Ruinenkomplex Dalkingen zu den Denkm&auml;lern von au&szlig;erordentlicher landesweiter Bedeutung geh&ouml;rt.&ldquo; Das Limestor bei Dalkingen wurde Schauplatz der Er&ouml;ffnungsveranstaltung zum Aktionstag &bdquo;Am Limes grenzenlos&ldquo;.</p>
<p>An diesem Tag, der zeitgleich mit dem UNESCO-Welterbetag begangen wird, wurden ganzt&auml;gig in vielen Gemeinden und St&auml;dten entlang des Limes Programme und Veranstaltungen angeboten. Ausrichter waren dabei Kommunen, Vereine, Privatpersonen und Museen.&nbsp;Regierungspr&auml;sident Wolfgang Reimer sagte bei der Er&ouml;ffnungsveranstaltung: &bdquo;Das Welterbeprojekt ,Grenzen des R&ouml;mischen Reiches&lsquo; und der Aktionstag ,Am Limes grenzenlos&lsquo; k&ouml;nnen das Bewusstsein f&uuml;r eine gemeinsame Vergangenheit f&ouml;rdern, welches angesichts kultureller und religi&ouml;ser Gegens&auml;tze ein Fundament f&uuml;r Verst&auml;ndnis und Miteinander sein kann. Der Limes ist ein idealer Ort, &uuml;ber Grenzen nachzudenken, &uuml;ber ihre Notwendigkeit und gegebenenfalls &uuml;ber ihren Widersinn.&ldquo; Die Idee f&uuml;r den Aktionstag mit dem richtungsweisenden Motto entstand bald nach der Ernennung des Limes zum UNESCO-Weltkulturerbe 2005 im Rems-Murr-Kreis und im Ostalbkreis. 2017 fand&nbsp;der Aktionstag &bdquo;Am Limes grenzenlos&ldquo; zum sechsten Mal statt.&nbsp;</p>
<p>Vor &uuml;ber 40 Jahren wurde am Limes bei Rainau-Dalkingen (Ostalbkreis) ein r&auml;tselhafter Baukomplex ausgegraben. Spuren von T&uuml;rmen, Sperranlagen und Geb&auml;uden mehrerer Bauphasen wurden gefunden; sogar die Ruine eines monumentalen Bogens, dessen Entstehung mit dem Germanenfeldzug des Kaisers Caracalla (213 n. Chr.) in Verbindung gebracht wird. Seit diesen Forschungen ist der Fundplatz als &bdquo;Limestor Dalkingen&ldquo; bekannt. Das 2010 errichtete Schutzhaus aus Glas und Stahl hat dem Ort zus&auml;tzlich Attraktivit&auml;t beschert. <br />Wie aktuelle Forschungen zeigen, steckt aber vor Ort noch mehr im Boden. Geophysikalische Prospektionen f&uuml;hrten zum Nachweis eines 20 m x 20 m gro&szlig;en Kleinkastells s&uuml;d&ouml;stlich des Schutzhauses. Au&szlig;erdem erh&auml;rtet sich die Vermutung, dass im 3. Jahrhundert kein Limestor, sondern ein Heiligtum die H&ouml;he zwischen R&ouml;hlinger Sechta und Auerbach beherrschte. Au&szlig;erdem scheint es Hinweise darauf zu geben, dass sich ein Eremit im fr&uuml;hen Mittelalter in die Ruinenst&auml;tte zur&uuml;ckgezogen haben k&ouml;nnte. Auf drei Bannern werden die neuen Erkenntnisse und &Uuml;berlegungen pr&auml;sentiert.</p>
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		<title>Das Rätsel der Scheibe gelöst?</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/das-raetsel-der-scheibe-geloest/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-uss]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 Jan 2016 08:18:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ostalbgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Joomla]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="media/k2/items/src/620466077c427f141effa294382f5fba.jpg" alt="" /><p>Der Ellwanger Apotheker Richard Kamm hat Jahrzehnte &#252;ber den &#8222;Diskos von Phaistos&#8220; geforscht.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class=" alignleft size-full wp-image-244" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2016/01/20151109_113116.jpg" alt="20151109 113116" style="margin-right: 20px; float: left;" width="200" height="355" srcset="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2016/01/20151109_113116.jpg 200w, https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2016/01/20151109_113116-169x300.jpg 169w" sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" />Vor 56 Jahren ist der Ellwanger Apotheker Richard Kamm in dem Buch &bdquo;G&ouml;tter, Gr&auml;ber und Gelehrte&ldquo; auf den legend&auml;ren &bdquo;Diskos von Phaistos&ldquo; gesto&szlig;en. Kamm, wegen der Geburt seiner ersten Tochter allein zu Haus, hatte im heimischen B&uuml;cherschrank gest&ouml;bert. Von Stund an lie&szlig; ihn die runde Scheibe mit der spiralf&ouml;rmig angeordneten Schrift aus Kretas Erde nicht mehr los. Jetzt hat der 82-j&auml;hrige eine umfassende Analyse der &uuml;ber 3500 Jahre alten r&auml;tselhaften Zeichen ver&ouml;ffentlicht. F&uuml;r ihn &bdquo;eine plausible Deutung&ldquo;. &nbsp;&bdquo;Jeder der im arch&auml;ologischen Museum von Heraklion den einmaligen &sbquo;Diskos von Phaistos&rsquo; sieht, ahnt augenblicklich, dass er einem ganz wichtigen und au&szlig;erordentlichen Basisobjekt der abendl&auml;ndischen Geschichte gegen&uuml;bersteht&ldquo;. Mit dieser Empfindung er&ouml;ffnet Richard Kamm die Einleitung zum Ergebnis seiner Jahrzehnte dauernden Forschungsarbeit. Nicht von ungef&auml;hr hat er sie &bdquo;der europ&auml;ischen Geschichte&ldquo; gewidmet. Was hat ihn an dieser mit Stempeln beidseitig beschriebenen Scheibe aus gebranntem Ton so fasziniert, dass er sogar seine vielen Nachtdienste in der Apotheke in der Marienstra&szlig;e in Ellwangen dazu genutzt hat, deren bildhafte Zeichensprache zu entziffern?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Am 3. Juli 1908 hat das Ausgrabungsteam eines italienischen Arch&auml;ologen den Diskos in einer Palastanlage aus minoischer Zeit auf Kreta ans Tageslicht und damit in den Fokus der Forschung bef&ouml;rdert. Diese trat jedoch &uuml;ber Jahrzehnte quasi auf der Stelle und kam letztlich &uuml;ber das Stadium der Spekulation nicht hinaus. Denn weder auf der Insel noch irgendwo anders am &ouml;stlichen Mittelmeer gab die Erde eine vergleichbare weitere Scheibe frei, auf der sich Kuhfu&szlig; und Kriegerkopf, Dolch und Beil, Frau und Kind, Haube und Hodensack, um nur einige der Bildzeichen zu erw&auml;hnen, spiralf&ouml;rmig von au&szlig;en nach innen zu einer Botschaft addieren.</p>
<p>Auf nur 242 Zeichen, die sich in der Berechnung von Richard Kamm aus rund 55 verschiedenen Vorlagen addieren, l&auml;sst sich kein belastbares Entzifferungssystem aufbauen. Darauf hat unter anderen der 2005 in W&uuml;rzburg gestorbene Philologe und Indogermanist Prof. G&uuml;nter Neumann hingewiesen, mit dem der Ellwanger Pharmazeut eng zusammengearbeitet hatte. Der aus dem zweiten vorchristlichen Jahrtausend stammende Diskos sei das &bdquo;einzige und einmalige Denkmal&ldquo;, das solche Schriftzeichen trage. Dessen Text sei dar&uuml;ber hinaus zu kurz f&uuml;r &bdquo;statistische Beobachtungen&ldquo;. Weder Fundort noch Beschaffenheit der Scheibe lie&szlig;en &bdquo;stichhaltige Schl&uuml;sse auf den Inhalt des Textes zu&ldquo;.</p>
<p>Selbst Neumanns Befund hat den Quereinsteiger von der Ostalb nicht ruhen lassen. &bdquo;Man muss das richtige Axiom haben&ldquo;, hat Kamm erkannt. Als Naturwissenschaftler den Gesetzm&auml;&szlig;igkeiten &bdquo;allgemeiner Logik folgend&ldquo; war er davon &uuml;berzeugt, &bdquo;dass es eine einzig richtige, der Wahrheit entsprechende Interpretation geben muss&ldquo;.&nbsp; An griechischen Urspr&uuml;ngen hatte sich die vergleichende Sprachwissenschaft gefrustet abgearbeitet. Erst dann hat sie sich, wie Kamm erl&auml;utert, ans Altindische und damit an die &bdquo;indo-europ&auml;ische Sprachenfamilie&ldquo; herangewagt. In dieser linguistischen Verwandtschaft sah und sieht er den Schl&uuml;ssel zum Interpretationserfolg.</p>
<p>Bis dahin musste Hobbyforscher Kamm jedoch einen weiten Weg zur&uuml;cklegen. Zeitlich und im Wortsinne. Ein am 18. Mai 1968 aufgenommene Fotografie auf der sechsten Seite seines mit r&ouml;mischen Zahlen nummerierten Prologs verweist auf diese Dimension. Es zeigt seine verstorbene Frau zusammen mit Alexandros Venetikos vor der landschaftlichen Kulisse von Phaistos. In seinem Text zum Bild schreibt Kamm &uuml;ber den Mann mit der schwarzen Schirmm&uuml;tze: &bdquo;Seit fr&uuml;hester Kindheit war Alexandros mit Phaistos verbunden, er kannte den Ausgr&auml;ber, half bei allen Arbeiten und war schlie&szlig;lich bis zu seiner Pensionierung als unersetzbarer Phylax (W&auml;chter) t&auml;tig.&ldquo;</p>
<p>Der schw&auml;bische Pharmazeut fand in enger Korrespondenz mit namhaften Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen im Lauf der Jahrzehnte zu der &Uuml;berzeugung, &bdquo;dass die Sprache des Diskos mit dem sogenannten &sbquo;Minoischen&rsquo; der kretischen Palastzeit eng verwandt, wenn nicht gar identisch ist&ldquo;.&nbsp; Wie Kamm darlegt, m&uuml;sse es sich um einen Zweig jener gro&szlig;en europ&auml;ischen Sprachenfamilie handeln, die sich ab dem dritten vorchristlichen Jahrtausend von Nordosten her &uuml;ber das &ouml;stliche Mittelmeer ausgebreitet habe.</p>
<p>In seiner profunden Analyse von Morphologie (Art), Rhythmus und Syntax der als offene Silbenschrift identifizierten Zeichen st&uuml;tzt er sich deshalb auf die Veden, fr&uuml;he religi&ouml;se Ges&auml;nge des Hinduismus. Und erkennt &uuml;berraschende Parallelen. Kamm entdeckt bei seiner aufw&auml;ndigen Puzzlearbeit, der komplexen Materie wegen, kurz gesagt, ein der Zahl und Anordnung der Diskoszeichen zugrunde liegendes magisches Zahlensystem, das auf einen kosmologischen Bezug des Textes verweist. Da war der Schritt nicht weit, diese Erkenntnis und weitere Analogien zum Altindischen zur Analyse der sprachlichen, religi&ouml;sen und soziologischen Verh&auml;ltnisse im alten Kreta heranzuziehen und auf dieser Basis zu versuchen, die Bildzeichen zu entziffern.</p>
<p>Sein mit einem Fragezeichen versehener Schluss zur Verwendung des r&auml;tselhaften Fundes lautet: &bdquo;Die Scheiben wurden im Rahmen eines Ritus beschrieben, bedruckt und ungebrannt per Wurf ins Meer oder in eine Grube geworfen, wo sie von den G&ouml;ttern gelesen, vereinnahmt und dadurch aufgel&ouml;st wurden.&ldquo;</p>
<p>Warum hat aber nur eine dieser Scheiben mit kultischen Rezitationen den Ritus &uuml;berlebt? F&uuml;r den Diskosexperten von der Ostalb reiner Zufall. Er vermutet, dass bei einem Brand des Palastes die Scheibe ebenfalls gebrannt worden ist. Sonst w&uuml;ssten wir Heutigen nicht, mit welchen in weichen Ton gestempelten Worten (als Teil der Inschrift) sich einst die alten Kreter an die G&ouml;tter wandten: &bdquo;Herrin der Nachkommenschaft Mutter du m&ouml;chtest sch&uuml;tzen&ldquo;. Vielleicht k&ouml;nnte diese Mutter, der vor Jahrtausenden Angeh&ouml;rige der minoischen Hochkultur gehuldigt haben, heute in Zeiten der Krise das europ&auml;ische Haus sch&uuml;tzen, sinniert der Apotheker. Immerhin reicht eine seiner Wurzeln, wie er nachgewiesen hat, bis ins alte Kreta zur&uuml;ck.</p>
<p>Info: &bdquo;Der Diskos von Phaistos&ldquo; von Richard Kamm ist f&uuml;r 22 Euro bei &bdquo;Amazon&ldquo; erh&auml;ltlich<br />&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>
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		<title>Erinnerung an einen Exodus</title>
		<link>https://ostalbpresse.de/erinnerung-an-einen-exodus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[-uss]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Jan 2016 13:16:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ostalbgeschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[[caption id="attachment_197" align="alignnone" width=""]<img class=" size-full wp-image-197" src="https://ostalbpresse.de/wp-content/uploads/2016/01/4965657af186b9092c7a96976ffe881c.jpg" alt="" class="caption" title="Bei Hochzeiten trugen die verheirateten Frauen das weiße, steifgestärkte „Hapntüchl“ = Haubentuch.  Mit einem roten Kopfband wird ein rechteckiger Holzrahmen gehalten, das „Bied“ (Wied-Holz). Über das „Bied“wird die bestickte Haube aufgesetzt und mit „Rheinischen Bändern“ umwickelt. Darauf kommt das steife weiße Haubentuch. (Aus: Bilder aus der Wischauer Sprachinsel)" width="600" height="385" />Bei Hochzeiten trugen die verheirateten Frauen das weiße, steifgestärkte „Hapntüchl“ = Haubentuch.  Mit einem roten Kopfband wird ein rechteckiger Holzrahmen gehalten, das „Bied“ (Wied-Holz). Über das „Bied“wird die bestickte Haube aufgesetzt und mit „Rheinischen Bändern“ umwickelt. Darauf kommt das steife weiße Haubentuch. (Aus: Bilder aus der Wischauer Sprachinsel)[/caption]<p>Im Raum Aalen haben viele Bewohner der einstigen Wischauer Sprachinsel nach dem Krieg eine zweite Heimat und damit auch ihre Zukunft gefunden. 70 Jahre sind es 2016 her, dass sie ihre Heimat im heutigen Tschechien verlassen mussten.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zukunft ohne Erinnerung, ohne das Bewusstsein der eigenen Geschichte gibt es nicht. Deshalb kommt dem im Dezember 2011 in der Fachsenfelder Schule&nbsp; eingerichteten Informations- und Begegnungszentrum der Wischauer besondere Bedeutung zu. Die Pflege des vor allem durch seine Trachten optisch gepr&auml;gten Brauchtums hat in Aalen als Patenstadt eine lange Tradition.</p>
<p>In diesem Zusammenhang muss unbedingt ein im S&uuml;ddeutschen Zeitungsdienst, Aalen (heute: SDZ Druck und Medien) erschienenes Standardwerk &uuml;ber die Wischauer Sprachinsel erw&auml;hnt werden, das 1981 deren in Aalen ans&auml;ssige Arbeitsgemeinschaft herausgegeben hat. F&uuml;r den exakten und plastischen Text und die Bildzusammenstellungen zeichnet die in Abtsgm&uuml;nd-W&ouml;llstein wohnende Elisabeth Plank verantwortlich. Mit knapp zehn Jahren kam sie 1946&nbsp;als Vertriebene von der sogenannten Wischauer Sprachinsel &ndash; im heutigen Tschechien &ndash; nach Abtsgm&uuml;nd.</p>
<p>&nbsp; &nbsp;hat die einstige Heimat umfassend dargestellt; von deren Entstehung in M&auml;hren im Mittelalter &uuml;ber die Beschreibung der einzelnen D&ouml;rfer und deren Besonderheiten, die wirtschaftliche Struktur und das reiche Brauchtum bis zum Ende der Sprachinsel durch die Vertreibung ihrer Bewohner 1946.</p>
<p>Aalens damals immer noch junger OB Ulrich Pfeifle wies in seinem Vorwort auf einen wichtigen Aspekt des Plank-Buches hin: &bdquo;Dieses Werk ist ein Beitrag f&uuml;r den Frieden, weil die fr&uuml;heren Wischauer trotz schmerzlicher Erlebnisse nur ihn wollen.&ldquo; In ihrem Nachwort an die &bdquo;Li&acirc;b&acirc; Hu&acirc;mitsl&auml;t&ldquo; gesteht ihnen die Autorin zu, dass ihnen sicher noch mehr eingefallen sei, als was sie zu Papier gebracht habe. Verbunden mit der dringenden Bitte, dieses Wissen an die eigenen Kinder weiter zu geben, damit diese genau wissen, wie das damals in der Heimat gewesen ist. Wissen mag Macht sein, doch ohne Wissen gibt es auch keine Verantwortung. Deshalb ist dieser Band mit den goldfarbenen Buchstaben auf rotem Grund ein dauerhaftes Verm&auml;chtnis, seine Wurzeln nicht zu vergessen.<br />Das Buch ist vor 35 Jahren in einer Auflage von 1400 Exemplaren erschienen. Einsehen kann man es im Info-Zentrum in Fachsenfeld. &nbsp; &nbsp; <em>&nbsp;jow&nbsp;</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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